Wozu brauche ich 1000 verschiedene Messenger?

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Knapp 20 Monate ist es her, dass WhatsApp an Facebook verkauft wurde. Damals ging ein Riesenaufschrei durch die Welt. Viele wollten dem beliebten Messenger dauerhaft den Rücken kehren und auf Alternativen umsteigen. Manche haben es sogar gemacht. Doch in den neuen Messengern sind sie am Ende oft alleine zurückgeblieben. Wie sieht es heute aus?!

whatsapp nachrichten-explosionEin Leben ohne WhatsApp? Möglich, aber sinnlos!

Klar das Thema Datenschutz ist schon wichtig, aber ganz ehrlich – ich glaube nicht, dass sich jemand bei der NSA für meine letzten Partyfotos oder Analysen über Männer interessiert. Von daher „Who cares?“. Ich hatte damals schon keine Lust WhatsApp wegen dem Verkauf an Facebook zu verlassen. Einfach alle waren da angemeldet und es machte das Leben jeden Tag so viel leichter. Ein Leben ohne WhatsApp ist für mich gar nicht mehr vorstellbar. Schnell kann ich ein paar Bilder versenden, Freunden meinen aktuellen Standort mitteilen, mit Freunden kostenfrei telefonieren oder witzige Voicemessages und Videos hin und her schicken. Das normale Schreiben kommt natürlich auch nicht zu kurz und so wird schnell eine Verabredung ausgemacht oder an den Einkauf erinnert. Wenn ich mal ein paar Stunden nicht auf mein Smartphone schaue, kommen da gut und gerne mal 100 neue Nachrichten zusammen. Die will ich natürlich nicht verpassen.

whatsapploveWhatsApp wurde im Jahr 2009 geschaffen und ist in den letzten Jahren zu dem wichtigsten  Messenger-Dienst der westlichen Welt geworden. Aktuell nutzen monatlich 900 Millionen Nutzer weltweit diesen Service. WOW! Im Januar 2015 kam noch der besondere Clou mit WhatsApp-Web hinzu. Damit kannst du auch über dein Tablet oder deinen Computer in Verknüpfung mit deinem Smartphone weiterchatten. Für iPhone User ist der Dienst seit August auch verfügbar.

Wozu brauche ich 1000 verschiedene Messenger?

blog_messenger_muellIch habe selber gar keine Lust mehr auf unzählige verschiedene Messenger, nur weil ein paar meinen, sie müssten ihre Daten schützen und jetzt die Messenger Revolution starten. Dafür gibt es einfach zu viele verschiedene Dienste, die wiederum auch teilweise meine Daten und vor allem meinen heißbegehrten Speicherplatz auf meinem Smartphone schlucken. Wenn ich 10-15 Jahre zurückdenke, war es damals schon anstrengend auf dem Computer seine ganzen Listen zu pflegen. Jeder hat dich einfach woanders angechattet. Früher waren natürlich der MSN Messenger, ICQ und Skype hoch im Kurs. Wobei ich die ersten beiden bestimmt schon 5 Jahre nicht mehr genutzt habe. Denn schon 2009 hatte ich mein erstes richtiges Smartphone mit Internet-Flat. Seitdem war die Welt viel einfacher und das Chatten am PC uninteressanter.

Ok im Ausland wird häufig Viber genutzt, was eine wirkliche und sogar kostenlose Alternative zu WhatsApp ist. Viber ist aber auch das Einzige, was ich mir noch zusätzlich zu WhatsApp installiert habe, um im Ausland mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die WhatsApp teilweise gar nicht kennen.

Mir ist bewusst, dass ich WhatsApp Zugriff auf mein komplettes Telefonbuch erlaube, was an die 500 Nummern enthält. Aber warum soll ich mir die Arbeit machen und erst wie z. B. bei Skype E-Mail-Adressen der Freunde raussuchen und eintippen? Zugegeben kenne ich heutzutage kaum noch eine E-Mail-Adresse meiner Freunde, was zu Schulzeiten damals natürlich noch ganz anders war. Oder beim Messenger Kik, der seine Nutzer mit einer leeren Kontaktliste begrüßt, die diese ebenfalls händisch befüllen müssen. Sei es durch die Eingabe der Kik-Benutzernamen der Freunde oder das Versenden von Einladungen.

Wozu der Stress? WhatsApp präsentiert mir direkt beim Öffnen alle Leute aus meinem Telefonbuch, die ebenfalls die App installiert haben und mit denen ich sofort munter drauf los chatten kann. Super bequem, vor allem heutzutage, wo man sowieso nie genügend Zeit für irgendwas hat. Außerdem sehe ich auch, wenn ich neue Kontakte einspeichere, ob diese ebenfalls WhatsApp haben bzw. sich erstmals bei WhatsApp registrieren. Easy!

Was gibt es noch für häufig genutzte Messenger?

Ich will euch die anderen großen Messenger natürlich nicht vorenthalten, deshalb finden sie an dieser Stelle Erwähnung.

facebook messengerFacebook

Heutzutage sind auf vielen Smartphones bereits die Facebook-App und der Messenger des Unternehmens vorinstalliert. Mittels Facebook kannst du dich oftmals bei anderen Apps oder Services anmelden. Ganz schön praktisch, denn so musst du dir nicht erst langwierig überall einen neuen Account erstellen und neue Namen merken. Facebook bietet uns die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren, Nachrichten zu lesen, Werbung wahrzunehmen und Veranstaltungen im Blick zu haben. Was den Messenger betrifft – oft werden darüber nur Nachrichten geschrieben, wenn die Person, welche sie tippt, sowieso gerade hinter dem Computer sitzt. Es ist also eher ein Dienst für Bequeme und eignet sich auch optimal dafür, Links zu teilen, die über andere Messenger nicht funktionieren. Zumindest sind das meine Erfahrungen. Als Hauptkommunikationsmittel verbrauchen mir die Facebook App und der Messenger zu viel Datenvolumen und Speicher. So weiche ich wieder auf mein geliebtes WhatsApp aus, wenn ich „richtig viel“ kommunizieren und versenden möchte.

Viberviber

Die vorhin angesprochene, aus Israel stammende iOS- und Android-VoiP-App Viber ist WhatsApp sehr ähnlich und verwendet ebenfalls die Kontakte deines Smartphone-Adressbuches, um dir gleich aufzuzeigen, mit wem du dich vernetzen kannst. Die App zeigt dir ergo, wer deiner Freunde ebenfalls die App installiert hat. Vor allem bei ausländischen Freunden und im Ausland ist die App sehr beliebt und zählte Mitte dieses Jahres bereits über 600 Millionen registrierte Nutzer. Kostenfreie Telefongespräche über Viber klappen super.

snapchatSnapchat

Du drückst dich lieber mit Bildern als mit Worten aus und teilst diese liebend gern mit deinen Freunden? Dann ist Snapchat das Richtige für dich. Dort besitzt jeder einen eigenen Nicknamen und kann auch mit Fremden Bilder teilen. Das Besondere dabei: Die Nachrichten bleiben nur für wenige Sekunden sichtbar und löschen sich von selber wieder. Insbesondere bei Jugendlichen ist das sehr beliebt. Die jüngeren Nutzer nutzen den Service gern und schicken eher temporäre Nachrichten per Snapchat als auf andere Dienste zu setzen. Außerdem kannst du hier auch gleich witzige Effekte einfügen, ohne dein Bild erst in einer anderen App bearbeiten zu müssen. Neuester Trend: Regenbogen kotzen.

threemaThreema

Für dich zählt Safety First? Dann bist du vielleicht einer derjenigen, die nachdem WhatsApp von Facebook übernommen wurde, zu dem Schweizer Dienst Threema gewechselt sind. Damals hatten viele WhatsApper Sorge um ihre privaten Daten und Threema erhielt einen ordentlichen Zuwachs. Am 21. Februar 2014 verdoppelte Threema aufgrund dieser Übernahme die Anzahl seiner Nutzer innerhalb eines Tages auf 400.000. Der Dienst setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die angeblich höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht wird. Stiftung Warentest hat den Service, als einzigen von fünf getesteten Messenger-Apps, als unkritisch eingestuft. Inzwischen sind immerhin über 3,5 Millionen Leute angemeldet. Wenn du es aber nicht geschafft hast, deine Freunde vom Wechsel auf Threema zu überzeugen, nützt dir keine Sicherheitsgarantie auch nur irgendetwas. Es sei denn, du kommunizierst gern mit dir allein und nicht mit deinen Kontakten.

Fazit

Ja die Welt ist ungerecht. Wie sollte es dann bei sozialen Netzwerken anders sein? Dienste, die sich bemühen und nicht auf eure persönlichen Daten zugreifen, diese sogar schützen wollen, erhalten nicht genügend Zuspruch. Oder werden runtergeladen, kurzzeitig genutzt und geraten dann doch wieder in Vergessenheit. Viel zu viele gehen der Bequemheit halber einfach wieder zu großen kommerziellen Diensten zurück, weil sie einfach mehr Zuspruch durch die breite Masse erfahren. Den großen Datensammelkraken, die eigentlich gegen Datenschutzgesetze verstoßen und euch Nutzer nur herein lassen, wenn ihr eure persönlichen Informationen und Telefonbücher, Fotos, etc. freigebt. Die können sich vor Mitgliedern kaum retten.

season, people, technology and friendship concept - group of smiling friends with smartphones in autumn parkAuch wenn es etwas hart klingt. Wer ein Smartphone hat und sich aus Sicherheitsgründen bei einem der unbekannten, aber dafür sicheren Messenger-Diensten anmeldet, ist selber Schuld, wenn er alles verpasst. Seien wir einfach mal realistisch – die meisten Menschen interessiert Datenschutz nur am Stammtisch, sie wollen aber in Wirklichkeit auf keinen der Dienste verzichten. Ich bleibe auf jeden Fall bei WhatsApp, da ich dort den größten Funktionsumfang vereint habe und alle Freunde, welche mir wichtig sind, angemeldet sind. Meine Daten werden doch eh schon längst von Google gesammelt. Wir sind nun mal eine Generation, die im Internet lebt.

Liebe Leser, trotz aller Messenger – vergesst nicht, auch im ECHTEN LEBEN mit euren Freunden und Familienmitgliedern zu unterhalten! Das machen wir leider viel zu selten.

Seid ihr bei WhatsApp angemeldet? Habt ihr Alternativen ausprobiert? Wenn ja, welche und sind eure Freunde und Familienmitglieder mitgezogen? Schreib mir deine Erfahrung als Kommentar im Blog!

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