WM 2014: 90 Sekunden eher jubeln

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Spätestens wenn die deutsche Elf in Brasilien aufläuft, dann sitzt Fußball-Deutschland vorm dem TV. Bei dem herrlichen Sommerwetter und den in den Abendstunden liegenden Spielen geht man gern in den Biergarten oder zum Public Viewing. Dabei kommt es zu einem Phänomen was mehr als ärgerlich ist.

 

Deutsche Nationalmannschaft jubeltDer Nachbar jubelt schon seit gefühlten Stunden, aber man selbst sieht den Stürmer erst Anlauf nehmen. Jeder, der gern Fußball schaut, dürfe dieses Phänomen schon erlebt haben. Die meisten Fußballfans fragen sich: Wie geht das?

 

Es liegt an den verschiedenen Arten des TV-Empfangs. Die Fachzeitschrift c’t hat während einer Live-Übertragung eines Fußballspiels beim ARD verschiedenste Empfangsarten parallel zu einander getestet. Dabei kam es zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen und zum Teil zu deutlichen Zeitverzögerungen.

 

Wer jubelt am schnellsten?

 

Am schnellsten konnten man beim Empfang über Satellit in SD (Standard-Definition) das Tor bejubeln, alles anderen Empfangsarten hatten folgende Zeitverzögerungen:

 

per TV:

  • Satellit in HD +1,5 Sekunden
  • DVB-T +2,5 Sekunden
  • Kabel analog +3 Sekunden
  • Kabel digital SD/HD + 6 Sekunden
  • IPTV +5 bis 30 Sekunden

 

per Streaming:

  • Zattoo +30 Sekunden
  • ARD-Livestream +50 Sekunden
  • Magine +90 Sekunden

 

Wie kommen diese Zeitunterschiede zustande?

 

Die schnellste TV-Übertragung liefert der Satellitenempfang. Die kabel-Übertragung ist etwas langsamer, da das TV-Signal erst noch entschlüsselt werden muss. Außerdem ist das TV-Vergnügen in HD (High Definition) langsamer als in SD (Standard Definition), da sie über eine höhere Qualität verfügen, aber auch aufwendiger zu entschlüsseln sind.

 

Fußball Zeitverzögerung über das Internet

 

Am Spätesten jubeln die IPTV-Nutzer (TV übers Internet), die das Fußballspiel über Internet schauten. Keine Internetleitung hat gleichmäßige Datenraten wie bei Satellit oder Kabel und so kommen deutliche Zeitunterschiede zustande, da Zeitpuffer eingebaut werden müssen. Wer auf Streaming-Apps wie Zattoo, ARD-Livestream oder auch Magine zurückgreift muss mit noch deutlicheren Zeitverzögerungen rechnen.

 

Da fragt man sich dann, ob der Nachbar schon wieder jubelt oder erst jetzt.

 

Wer zuerst jubeln möchte, sollte zum guten alten UKW-Radioempfänger greifen, denn dieser hat einen sekundenschnellen Vorsprung allen anderen Empfangsarten gegenüber.

 

Bildquellen: starflash.de und planung-analyse.de

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