Umstieg von Android zu iOS: Umzug mit (wenigen) Hindernissen

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Irgendwann musste es ja so kommen – der Umstieg von Android zu iOS. Jahrelang versuchte ich diese kleine immer lauter werdende Stimme in meinem Kopf zu ignorieren. Immer wieder sagte ich mir, dass Apple die Kunden nur mit schickem Design geiselt. iPhones seien im Gegensatz zu Android einfach nur unflexibel und uniform – so meine Denkweise. Ich bin also das Paradebeispiel eines Android-Fan-Boys, bzw. Apple-Gegners.

Erste Schritte für den Umzug von Android auf iOS

Im Dienste der Wissenschaft und als Smartphone-Experte, ist es jedoch meine Pflicht, auch die dunkle Seite der Macht zu ergründen und so nahm ich die Gelegenheit wahr, das altbekannte (und geliebte) Samsung Galaxy S5 gegen ein brandneues iPhone SE 16GB einzutauschen. Aus großer Macht folgt große Verantwortung und so ist es meine Pflicht, diesen Umstieg zu dokumentieren! Damit hoffe ich, dem ein oder anderen Gleichgesinnten einen detaillierten Überblick verschaffen zu können.

Allen voran musste meine Micro-SIM-Karte zu einer Nano-SIM-Karte eingeschrumpft werden. Dank Triple-SIM-Technologie heutzutage kein Problem mehr. Mit einem SIM-Karten-Adapter von mobildiscounter.de passt selbige dann auch später wieder in das good old S5.

Als Erstes also Galaxy S5 aus. Micro-SIM-Karte raus. Einschrumpfen. Nano-SIM-Karte rein ins iPhone SE.

Den ersten Unterschied bemerkte ich bereits bei der Erarbeitung der fotografischen Untermalung dieses Beitrages. Während man beim Galaxy S5 mit einer Wischbewegung von links nach rechts einen Screenshot erstellt, wird es beim iPhone SE über das gleichzeitige kurze Antippen des Home-Buttons mit dem Stand-By-Button erledigt.

Das weitere Vorgehen ging schnell und einfach:

  • Das iPhone SE mit dem W-Lan verbinden
  • “Move To iOS”-App auf das Samsung Galaxy S5 herunterladen

move-to-ios-appMove to iOS – Die App für den Android-Wechsel

Die App findest du kostenlos im Playstore. Hier ein kurzer Überblick über die “Move to iOS”-Voraussetzungen:

  • iOS 9 oder neuer
  • iPhone 5 oder neuer
  • iPad 4. Generation oder neuer
  • iPad mini 2. Generation oder neuer
  • iPod touch 6. Generation
  • Android 4.0 oder neuer

android-app-klein-laden
Nach dem Download auf das Android-Smartphone muss nun nur noch die vorinstallierte App auf dem iPhone SE gestartet werden. Dann den Code auf dem Galaxy S5 eingeben, welcher auf Apples iPhone SE angezeigt wird. Nachfolgend auswählen, welche Inhalte kopiert werden sollen. Das waren in meinem Fall folgende: Google Account, Lesezeichen, Kontakte, Kalender, Aufnahmen.

move-to-ios-app-ablauf

Eine kleine Warnung vorab: Mach nicht den gleichen Fehler wie ich, dir nebenbei die neuesten Angebote auf mobildiscounter.de anzuschauen! Sonst wäre eine solche Situation des gebannten Wartens natürlich die perfekte Gelegenheit, um den passenden Tarif zu deinem Wunsch-Smartphone zu finden. ;)

Beide Geräte dürfen während des Kopiervorgangs nicht verwendet werden. Sobald die App eine Hintergrund-Aktivität wahrnimmt, wird die Übertragung sofort abgebrochen. Diese kann dann nur durch einen Neustart „reaktiviert“ werden. Also Abwarten und Tee trinken. 🍵

Übernahme der Android-Daten auf iOS

Nachdem die Übertragung erfolgreich abgeschlossen wurde, folgt das Anlegen der Apple-ID. Außerdem wurden die bestehenden Daten mit der iCloud synchronisiert und Siri eingerichtet.

Das war es dann im Groben bereits. Das iPhone SE startete und erstaunlicherweise wurden nach kurzem nochmaligen Eingeben des Passwortes meines Google-Accounts auch die meisten Android-basierenden Apps bereits automatisch heruntergeladen.

move-to-ios-app-ablauf-iphone

Als Nächstes – wie der gemeine Nutzer von heute das nun mal macht, alle erdenklichen Apps und die Firmware per Update auf den neuesten Stand gebracht und dabei zahlreiche Endbenutzer-Lizenzbestimmungen akzeptiert. Diese wurden natürlich vorher genauestens studiert, interpretiert und glorifiziert. 🙂

SIM entsperren iOSErste iOS-Versuche: SIM entsperren

Anfangs habe ich bewusst die SIM-PIN-Abfrage übersprungen und plötzlich musste ich feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, selbige zu entsperren. Die Option dazu findet sich nämlich etwas versteckt in den Einstellungen des iPhone SE:

Dazu ging ich wie folgt vor:

  • Einstellungen öffnen und zum Punkt “Telefon” navigieren
  • Weiter unten im Menü den Eintrag “SIM-PIN” (vgl. Bild) finden
  • Nach antippen des Eintrages, erscheint der bekannte “Gesperrte SIM-Karte”-Hinweis, mit dem du dann über die PIN-Eingabe deine SIM entsperren kannst

Im “entsperrten” Zustand kann über dieselbe Funktion die SIM-PIN übrigens auch geändert werden.

Unterschied des iPhone SE zum Galaxy S5

20160511_095611Bei der ersten Benutzung fällt neben dem gravierenden Größenunterschied und dem deutlichen Gewichtsvorteil des iPhone SE gegenüber dem 145 Gramm schweren Samsung Galaxy S5 auf, dass das Display deutlich weniger farbintensiv wirkt. Ich als alter AMOLED-Hase, empfand dieses als zu blass. Jedoch ist das natürlich Geschmackssache.

Der Fingerabdruckscanner ist hingegen wirklich fantastisch umgesetzt worden. Dagegen sieht das (zugegeben ältere) Galaxy S5 tatsächlich alt aus. Jedoch wurde mein Daumen auch vom neuen S7 Edge nicht so genau erkannt, sodass ich umso erfreuter war, dass es beim iPhone SE keinerlei Probleme bei der Erkennung desselben gab.

Die wichtigsten Einstellungen sind auch für iOS-Immigranten leicht zugänglich und können dank der allzeit-flüssigen Bedienung schnell und einfach konfiguriert werden. Prädikat: Empfehlenswert!

Butter bei die Fische – Was hat geklappt und was nicht?

Hmmm… Butterfisch. Das wäre genau das Richtige – aber Nein(!) – man kann nicht alles haben. So auch beim Wechsel des eigenen Smartphones. Leider wurden nicht alle Apps von Android auf das iPhone übertragen, obwohl diese sowohl für iOS, als auch für Android verfügbar wären. Auch die spezifischen App-Einstellungen und systembasierte Features wie Wecker, Nacht-Modus etc. waren leider neu anzulegen. Kontakte, E-Mails, Fotos, Videos und Bilder jedoch sind wohlbehalten in der neuen iOS-Umgebung gelandet.

Trouble beim Übertragen von WhatsApp

WhatsApp stellte, stellvertretend für die Konnektivitätsproblematik zwischen verschiedenen Betriebssystemen, eine besondere Herausforderung dar. Zwar wurde die App automatisch installiert, jedoch nicht die Verläufe. Diese werden beim Android-basierten Galaxy S5 schnell und unkompliziert in Google Drive gespeichert. Beim iPhone wird ein Backup in der iCloud angelegt. Beide Varianten funktionieren für sich gesehen gut, jedoch nicht in Kombination. Das iPhone findet bei der Installation nur Backups in der iCloud. Trotz des Versuches die vorher auf dem S5 gesicherten Verläufe manuell in die iCloud hochzuladen, konnten diese vom iPhone dennoch nicht erkannt werden. Auch nach mehrmaliger Neuinstallation inkl. Sperre durch den Anbieter bzgl. einer erneuten Telefonverifizierung konnte das Problem nicht gelöst werden. Sehr schade. Da muss auf jeden Fall noch einmal nachgebessert werden seitens WhatsApp. Während meiner stundenlange WhatsApp-Sperre weiß ich, wie sich die Brasilianer (… weiterlesen) vor kurzem gefühlt haben.

Auf das Nutzen von Drittanbieter-Apps habe ich bewusst verzichtet. Sicher gibt es dabei die ein oder andere Möglichkeit den Verlauf mit Umwegen auf das neue iOS-Gerät zu kopieren. Jedoch ist dafür viel Geduld und Vertrauen in die Drittanbieter-App notwendig. Beides ist bei mir rar gesät. Wenn Ihr also weiterhelfen könnt, so postet eure Anleitung in den Kommentaren und ich werde sie ausprobieren!

Fazit zum Betriebssystem-Wechsel: Ängste sind unbegründet 

Der Umstieg an sich hat sehr entspannt und gut funktioniert. Ich hatte vorher mit deutlich mehr Hindernissen gerechnet. Die wichtigsten Daten wurden schnell und unkompliziert übertragen.

Enttäuscht bin ich jedoch nach wie vor von der Struktur und den eingeschränkten Personalisierungsmöglichkeiten des iPhone SE. Kein Dateimanager, keine Möglichkeit MP3-Dateien als Klingeltöne/Nachrichtentöne zu nutzen. Natürlich gibt es dafür Apps, aber bei Android geht es eben auch ohne nerviges Suchen. Außerdem ist für mich die iTunes-Nutzung sehr gewöhnungsbedürftig. Einerseits schön, da alles gesammelt in einer Übersicht zu finden ist, andererseits beweist Android, dass es auch einfacher geht. Das iPhone SE wird ohne zusätzlicher Installation des sog. iDevice-Managers nicht als ein Wechseldatenträger im eigentlichen Sinne vom Computer erkannt. Außerdem befürchte ich, dass ich dem „Zurück-Button“ noch lange Zeit nachtrauern werde.

Vollkommen überzeugt hat mich – neben dem kompakten Design des iPhone SE ebenso der Fingerabdruckscanner und der nützliche Ring/Silent-Button, wo man sehr schnell die Lautstärke ausschalten kann. Außerdem sind der pfeilschnelle Prozessor und die intuitive Bedienung absolut genial. Ebenfalls überzeugend: Der Akku, welcher trotz kleinerer Kapazität als beim iPhone 6s mit einer längeren Laufzeit im Alltagsbetrieb glänzen kann. Natürlich hängt dies auch mit dem deutlich kleineren Display zusammen. Außerdem stiehlt Siri dem mir bekannten und wenig geschätzten „OK, Google“ klar die Show. Die Stimme wird schneller erkannt und die Nutzungsmöglichkeiten sind deutlich ausgeprägter.

Das iPhone SE im Video

Ich bin gespannt, wie zufrieden ich mit iOS nach meiner Test-Phase bin. Lasst mir doch eure Erlebnisse und Erfahrungen zum Smartphone-Wechsel in den Kommentaren zurück!

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3 Kommentare

  1. Danke für die Doku, wie der “Umzug” von Android zu IOS aussieht. :-) Eine Frage hätte ich allerdings, wie erfolgt der Umzug, wenn man nur eine SIM Karte hat? Eine Triple-SIM-Karte ist bei mir vorhanden, so dass entweder die größere Mikro-Karte im Android funktioniert oder die kleine Nano-SIM-Karte ausgetrennt werden kann und im IOS funktioniert. Allerdings kann ich doch nur ein Handy beim Datenaustausch betreiben und nicht die beiden Handy (Android und IOS) gleichzeitig? Oder muss jedes Mal die SIM-Karte zwischen dem Android- und dem IOS-Handy getauscht werden? Könnten Sie mir bitte beschreiben, wie mit der Triple-SIM-Karte verfahren wird.
    Vielen Dank!

    • Hallo, als Erstes vielen Dank für deinen Kommentar.

      Die SIM-Karte wird beim iPhone nur für die erstmalige Einrichtung benötigt. Die Datenübertragung funktioniert sonst auch zwischen Geräten ohne eingelegte SIM-Karten, solange die passende App vorhanden ist. Die benötigte App “Move to iOS” kann, z.B. über W-Lan auch ohne SIM-Karte geladen werden, sodass diese bis dahin wieder im Android Smartphone verwendet werden kann.

      Für den Fall, dass die vorhandene SIM-Karte in beiden Geräten verwendet werden soll, gibt es spezielle SIM-Karten-Adapter. Diese kosten meist nicht mehr als 5 Euro. Somit kann die SIM-Karte auf Nano-Größe herausgebrochen werden und mittels Adapterschablone dann auch wieder in einem micro-SIM-fähigen-Gerät genutzt werden. Das funktioniert übrigens auch wenn die “Originalschablone” der vorhandenen Triple-SIM dafür einfach wieder verwendet wird. Also bitte nicht beim heraustrennen zerstören ;).

      Eine andere, etwas unorthodoxe Methode, ist das Ausborgen einer passenden Nano-SIM-Karte (zum Beispiel von einem Freund oder Familienmitglied). Nachdem die Ersteinrichtung erfolgt ist, kann die SIM-Karte dann wieder entfernt werden. Dann können alle Funktionen, die nicht mit dem Mobilfunkanbieter in Verbindung stehen, verwendet werden.

      Viele Grüße
      Martin

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