Smartphone-Kamera: 7 Tipps für bessere Fotos bei Nacht

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So gelingen dir auch bei schlechten Lichtbedingungen sensationelle Bilder
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“Bereitet euch vor, der Winter kommt!” Und mit dem Winter kommt die Dunkelheit. Viel davon. Mehr als die meisten von uns im ganzen Jahr brauchen. Unglücklicherweise fallen viele tolle Ereignisse genau in die dunkelste Zeit des Jahres. Vor allem Weihnachten kommt immer so plötzlich. Aber heutzutage kannst du glücklicherweise so ziemlich alles schnell und unkompliziert fotografisch mit der eigenen Smartphone-Kamera festhalten. Die Kameras von Samsung Galaxy S8, iPhone X und Co. sind dafür bestens geeignet. Wie das auch bei Dunkelheit sehenswert gelingt, erfährst du hier in unseren 7 Tipps für bessere Nachtaufnahmen.

Tipp 1: Kenne deinen Feind

Warum schießen Smartphone-Kameras bei Tag Fotos, wie eine Spiegelreflexkamera aber versagen dermaßen bei Nacht? Erstens sind die Bildsensoren in Smartphones sehr klein. Zweitens lösen die meisten Knipsen extrem flink aus – sollen sie ja auch. Allerdings ist beides schlecht für gute Nachtaufnahmen. Warum? Bildrauschen heißt das Zauberwort. Selbiges kennt jeder, der schon einmal mit einem Smartphone ein Foto bei Low Light geschwind aus der Hüfte geschossen hat. Ein hässlicher Schleier legt sich über das Bild und lässt sowohl Inhalte, als auch Farben, verwaschen aussehen.

Wie entsteht Bildrauschen?

Die Automatik-Modi der Smartphone-Knipsen hellen dunkle Bilder auf. Dabei wird der sogenannte ISO-Wert (Lichtempfindlichkeit) nach oben getrieben. Aufgrund der hohen Anzahl an Megapixeln auf den kleinen Kamera-Sensoren, stören diese sich gegenseitig. So entsteht das Bildrauschen. 

Deshalb müssen “mehr Megapixel” auch nicht immer besser sein: Solange der zugrunde liegende Sensor gleich bleibt und sich somit mehr Megapixel darauf tummeln, stören diese sich bei schlechtem Licht eher. Deshalb ist bei Nacht auch der Unterschied zwischen “echten” Spiegelreflexkameras mit großen Sensoren gegenüber Smartphone-Kameras deutlich sichtbar.

Außerdem verwendet die Smartphone-Kamera bei wenig Licht eine längere Belichtungszeit. Dies verursacht verwackelte Bilder. Zu guter Letzt bearbeitet dein Smartphone Bilder mit der Rauschunterdrückung nach: Hierbei versucht die Software unscharfe Pixel durch benachbarte scharfe Pixel zu ersetzen. Häufig mit mäßigem Erfolg: Durch das Verwischen der “guten” Pixel über die “unscharfen” Pixel, wird der Effekt des Auswaschens häufig sogar begünstigt.

Tipp 2: Bleib stabil

Unscharfe Bilder werden durch Verwackeln begünstigt. Was hilft gegen Verwackeln? Richtig – Stabilisieren. Es hilft enorm, wenn du das Smartphone ruhig hältst. Dies kann einerseits mit einem Selfie-Stick, andererseits aber auch mit einem SmartphoneStativ erfolgen. Beides gibt es bereits für unter 20 Euro beim Anbieter deines Vertrauens. Außerdem ist es empfehlenswert, einen Fernauslöser via Bluetooth zu nutzen. Schließlich gibt es auch durch das “Tippen” des Auslösers eine Erschütterung, welche verwackelte Bilder produzieren kann. Auch hier gibt es für unter 10 Euro verschiedene Bluetooth-Fernauslöser.

Smartphone_Selfie_Stick


Tipp 3: Wähle deine Waffe weise

Selbstverständlich sind auch bei den Smartphones manche Kameras einfach besser als andere – das zeigt sich auch in unseren Smartphone-Tests. Hierbei kommt es für eine gute Fotografie bei Nacht vor allem auf die – bei Smartphones unveränderbare – Blendenöffnung der Knipse an. Mit dieser mechanischen Vorrichtung am Objektiv regelt dein Smartphone den Lichtdurchlass. Umso weiter die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht kann auf den Sensor scheinen. In unseren Tests hat vor allem das neue Huawei Mate 10 Pro mit seiner Leica-Dualkamera und f/1.6-Blende überzeugt. Die Bilder sind nicht nur hell, sondern sehen generell klasse aus. Auch das Samsung Galaxy S8 mit f/1.7-Blende macht die Nacht zum Tag und weiß zu gefallen.

Tipp 4: Eliminiere den Zombie-Modus

Bitte, bitte, bitte deaktiviere den fiesen LED-Blitz deines Smartphones. Was noch einigermaßen gut ausschaut, wenn du unbelebte Objekte fotografierst, lässt deine Mitmenschen wie Untote aus einem Zombie-Film von George A. Romero (rest in peace) aussehen. Schließlich sind die Blitze meist extrem hell und haben ein eher kaltes Licht. Dieses treibt dem “Angeblitzten” die Leichenblässe ins Gesicht. Die roten Augen gibt es häufig gratis dazu. Bei Selfies sind die Smartphone-Hersteller hingegen einen richtigen Weg gegangen. Hier wird mittlerweile häufig der komplette Screen kurz erhellt und rückt dich somit stets ins richtige Licht – ganz ohne rote Augen und fieser Blässe.

Smartphone_Blitzlicht

“Party hard”. Quelle: knowyourmeme.com


Tipp 5: Werde zum Profi

Wie du bereits erfahren hast, verursacht die Smartphone-Kamera selbst eine Vielzahl der Probleme. Deshalb ist es ein großer Vorteil, wenn nicht die Knipse, sondern du bestimmst, was Sache ist. Viele Android-Smartphones bieten dafür einen “Profi-Modus”, welcher dich die Regeln machen lässt. Hierbei kannst du Belichtungszeit, ISO-Wert und Farben so einstellen, wie sie dir gefallen. Bei Apple gibt es dafür spezielle Apps von Drittanbietern, wie “ProCamera” für 5,99 Euro oder “ProCam” für 5,49 Euro. Beide können kostenpflichtig im Apple App Store heruntergeladen werden.

Galaxy_S7_Bild_Automatisch

Der Automatikmodus: Das Bildrauschen ist deutlich zu erkennen.


Galaxy_S7_Bild_ProfiModus

Im Profimodus wird das Bild deutlich heller und schärfer.


Hierbei gilt es zu beachten, dass der ISO-Wert möglichst niedrig gehalten werden muss. So sollte der ISO-Wert bei 100 – 300 liegen. Die Belichtungszeit hingegen sollte möglichst lang sein. Damit ermöglichst du der Kamera mehr Licht auf den Sensor zu bekommen – und dementsprechend ein helleres Bild. Aufgemerkt: Wie bereits erwähnt, begünstigt eine längere Belichtungszeit verwackelte Bilder. Also immer schön stabil bleiben 😎.

Tipp 6: Mach dir die Rohdaten zunutze

Außerdem solltest du die Fotos deiner Smartphone-Kamera zusätzlich im RAW-Format speichern (wenn möglich). Die Smartphone-Nachbearbeitung der komprimierten JPEG-Bilder macht ihren Job bei Dunkelheit eher schlecht als recht. Das geschieht zwar auch im Rohdatenformat RAW, jedoch lassen sich diese unkomprimierten Fotos besser in Bildbearbeitungsprogrammen, wie Photoshop, nachbearbeiten. Schließlich sind hier noch keine Bilddaten durch Komprimierung, wie bei JPEG, verloren gegangen. Auch sind die Abstufungen zwischen hellen und dunklen Bildinhalten beim RAW-Format feiner – aufgrund der generell höheren Qualität. In harten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: JPEG nutzt 256 Helligkeitsabstufungen, RAW hingegen hat 16.384. Dadurch sind Bilder im RAW-Format deutlich größer als JPEG-Fotos. Hier benötigst du – je nach Aufnahme – das zehnfache (!) an Speicherplatz.

Sorge also immer dafür, dass auch genug Speicherplatz vorhanden ist. Bei dieser Herausforderung hilft bei den meisten Android-Smartphones eine microSD-Karte. Damit lässt sich der Speicherplatz meistens kostengünstig um bis zu 256 GB – oder mehr – erweitern. Bei einem neuen Apple iPhone hilft das Ablegen in der iCloud oder ein Modell mit viel internem Speicher, wie das iPhone X 256 GB.

Tipp 7: Übung macht den Meister der Smartphone-Kamera

Wie alles, was gut werden soll, verlangt auch die Smartphone-Fotografie ein wenig Engagement deinerseits. So gilt es ein Auge für ein gutes Motiv zu beweisen. Extern beleuchtete Bildinhalte – wie angestrahlte Gebäude – machen sich bei Nacht besonders gut. Auch ist es entscheidend, die für dein Smartphone passenden Einstellungen im Profi-Modus oder der passenden App auszuwählen. Also nimm dir ruhig etwas Zeit und probiere, was deine Smartphone-Knipse in den dunklen Stunden so hermacht. Es gibt dieser Tage schließlich genug Möglichkeiten, da es ohnehin ab 17 Uhr deutschlandweit zappenduster ist.

Fazit: Knipsen statt Rauschen

Mit den genannten Tipps bist du perfekt vorbereitet, um auch in der dunklen Jahreszeit wundervolle Bilder mit deiner Smartphone-Kamera zu schießen. So bringst du erinnerungswürdige Momente ohne lästiges Rauschen auf dein Smartphone, ohne zur teuren Alternative einer Spiegelreflexkamera greifen zu müssen. Hierbei kommt es genauso auf die richtige Technik deinerseits, wie auch auf das Zusammenspiel aus Software und Hardware an. Die passende Hardware in Form eines neuen Smartphones mit Vertrag findest du selbstverständlich im Online-Shop von mobildiscounter.de.

Hast du noch weitere Tipps und Tricks für bessere Fotos bei Nacht mit dem Smartphone? Lass mir doch einen Kommentar da.

 

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(Quelle für das Titelbild: pune-design.com)

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