Google Allo: WhatsApp und Siri vereint?

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Die Messenger-Revolution
LESEZEIT CA: 6 MINUTEN

Lasse dir täglich das Wetter, tolle Sprüche oder Fun-Videos schicken; chatte mit deinen Freunden und gleichzeitig mit dem Google Assistenten, der dir jede Frage beantwortet. Hier möchte dich jemand wirklich kennenlernen. Der Google Allo Messenger ist wie Siri  gepaart mit WhatsApp, nur besser!? Probiere es doch gleich einmal aus!

Was steckt hinter Google Allo?

Der neue Google Allo-Messenger wurde auf der diesjährigen Google Entwicklerkonferenz erstmalig der gespannten Öffentlichkeit präsentiert. Seit gut 2 Wochen ist der smarte Messenger nun auch in Deutschland verfügbar. Besonders der sogenannte „Google Assistant“ macht die Google-eigene Messaging-App wahrhaft einzigartig. Das ist auch bitter nötig bei dem nicht gerade dünn besiedelten Markt für Messenger: WhatsApp, Facebook Messenger, Hangouts, Snapchat und viele mehr – die Auswahl ist gigantisch und vor allem ebenfalls gratis. Warum du dennoch Allo “Hallo” sagen solltest, erfährst du hier.

Wie installiere ich Google Allo?

Google Allo ist im Play Store kostenlos verfügbar. Lade dir den Messenger ganz einfach auf dein Smartphone herunter. Verifiziere deine Rufnummer und schon kann es losgehen. Allo taucht dann in deinem Smartphone-Menü als eigenes Symbol auf.

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Zukunftsweisend: Der clevere Assistent

Das wirkliche Alleinstellungsmerkmal von Allo ist der Assistent. Ganz einfach starten lässt dieser sich in einem eigenen Chat oder auch während der Konversation mit einem Freund über den Befehl “@google“. Derzeit befindet sich das Feature noch in der sog. “Preview Version”. Dabei handelt es sich also noch nicht um die finale Fassung von Google Allo.

Der Assistent antwortet auf deine Anfragen anhand der Informationen aus den diversen Google-Diensten und kann dir damit (fast) jede Frage beantworten. Sollte er mal auf dem sprichwörtlichen Schlauch stehen, bietet er dir Möglichkeiten das Gespräch dennoch fortzusetzen und darauf aufbauend weitere Fragen zu formulieren. Dabei kann der Assistent bisher speziell zu folgende Themen befragt werden: Travel, News, My Assistant, Games, Answers, Translation, Sports, Actions, Fun, Weather und Going out.

Besonders cool daran ist die “Send me daily“-Funktion. Du erhältst aus den Kategorien tägliche Benachrichtigungen. So z.B. den Wetterbericht oder Infos zu deinem Lieblings-Team. Willst du deine Lachmuskeln mit dem “Witz des Tages” befriedigen oder deine tägliche Dosis knuffige Katzen-Videos abholen? Der Assistent macht auch das möglich. So lässt sich sogar die Uhrzeit einstellen, wann der smarte Messenger die News präsentieren soll. Das funktioniert auch in der jetzigen Form bereits wunderbar.

Allo bisher nur in Englisch verfügbar

Wenn du nun Allo „Hallo“ sagen willst, ist das über das Mikrofon-Symbol problemlos möglich. Sei aber darauf gefasst, dass es anfängliche Verständnisschwierigkeiten geben könnte. Der Messenger spricht bisher nur Englisch und versteht eher schlecht als recht unsere deutsche Sprache. Die Sprachunterstützung für unsereins soll jedoch laut Google in einiger Zeit folgen.

Grandios empfinde ich dabei, dass der Assistent mich wirklich versteht. Er kann es zwar noch nicht auf Deutsch zu jeder Zeit verarbeiten, aber die Worte, was ich tatsächlich sagte, werden von ihm korrekt gespeichert. Außerdem entschuldigt er sich brav mit “Entschuldigung, ich lerne gerade noch Deutsch […]”. Diese Künstliche Intelligenz erinnert mich dann doch schon ein wenig an Filme wie “Terminator” oder “i, Robot” – und lässt mich von der Zukunft träumen. (Der guten… nicht der aus Terminator.)

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Auch geplant, aber noch nicht final umgesetzt, gibt dir Allo sogar Antworten vor. Sendet dir die beste Freundin also das bereits erwähnte knuddelige Miezekätzchen-Video, so gibt dir der Allo-Assistent bereits „süß“ – oder bei häufigerer Verwendung „ooooooaaaar!“ als Antwort-Variante vor. Hier kannst du per Daumen-Hoch oder runter – ganz wie Caesar im alten Rom – über das weitere Schicksal der gegebenen Antworten entscheiden. Daumen hoch dient hierbei als virtuelle Streicheleinheit für den Messenger. Im Gegenzug bittet er bei Daumen runter sogleich um eine Erklärung, was er denn falsch gemacht hat. Natürlich kannst du ihn darüber auch im Dunkeln lassen. Wie immer also: Umso mehr du von dir preisgibst, desto besser und genauer wird der Assistent.

Inkognito Modus für sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Selbstzerstörungsmodus

Google Allo verlangt deine Telefonnummer bei der Erstinstallation und greift damit auf dein Adressbuch zu. Das kommt dir bekannt vor? Genau so läuft es auch bei WhatsApp. Dabei verknüpft Allo sich auch mit deinem Google-Account. Dies kannst du jedoch nachträglich auch wieder über die Geräteeinstellungen ausstellen. Gut also für alle Nutzer, welche nicht sämtliche Daten Ihres Accounts mit Allo teilen möchten. Der Messenger funktioniert auch ohne Verknüpfung.

Auch wenn der Google Assistent anhand deiner Eingaben stetig von dir lernt, so ist es problemlos möglich sicher verschlüsselte Nachrichten zu übermitteln. Das Ganze funktioniert über den sogenannten Inkognito-Modus. Hier kannst du sogar einstellen, ob und wann sich deine Nachrichten „selbstzerstören“ sollen. Snapchat lässt grüßen. Die Auswahl besteht hier von 5 Sekunden, 10 Sekunden, 30 Sekunden, 1 Minute, 1 Stunde, 1 Tag, 1 Woche. Trotzdem ist es in Zeiten von (Gott-sei-dank) erhöhten Datenschutzbestimmungen schade, dass Allo nicht automatisch die End-To-End-Verschlüsselung anbietet, sondern „im Normalfall“ stets mitliest. Andererseits wäre es ansonsten schwierig für den Assistenten von dir zu lernen.

Was kann Google Allo im Gegensatz zur Konkurrenz?

Erstaunlicherweise – abgesehen vom Assistenten – halten sich die Neuerungen gegenüber der gewaltigen Messenger-Konkurrenz in Grenzen.

Positiv: Du kannst Sticker und Emojis versenden. Gruppenchats sind natürlich auch problemlos möglich. Deinen Standort kannst du ebenfalls direkt über den Messenger schicken (ein Hoch auf Google Maps). Schnappschüsse lassen sich außerdem direkt über einen geteilten Bildschirm aufnehmen und mit deinen Liebsten teilen. Diese werden dann automatisch komprimiert, damit dein Datenvolumen nicht zu stark darunter leidet. Das funktioniert natürlich auch mit Bildern oder GIF-Dateien aus deiner Galerie. Selbige kannst du auch mit zusätzlichen Texten und Farben per Pinsel bearbeiten und verschönern. Neu ist dies jedoch auch nicht wirklich.

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Was hingegen fehlt, ist ein integrierter Video Player. Wenn dir also ein Freund ein Video schickt, wird Allo selbiges über einen externen Player öffnen.

Bitte versteh mich nicht falsch, Google Allo kann Vieles, jedoch können das größtenteils auch die anderen Messenger. Mir persönlich ist das, abgesehen vom Assistenten, in der jetzigen Version einfach zu wenig.

Google Allo auf mehreren Geräten nutzen – schön wär`s

Leider kann Google Allo auch nicht auf mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden. Die Registrierung erfolgt bekanntermaßen über deine Rufnummer. Damit kann der Messenger auch nur auf ebendiesen Gerät genutzt werden. Hier finden sich damit deutliche Parallelen zu WhatsApp. Für die Verwendung auf mehr als einem Smartphone oder Tablet bietet Google jedoch die Alternative „Hangouts“. Diese kommt allerdings ohne den praktischen Assistenten.

Fazit: Der Beginn von etwas Großem

Mit Google Allo und dem dazugehörigen Assistenten hat Google etwas komplett Neues geschaffen. Der Assistent lernt anhand vergangener Gespräche von dir und bietet dir somit genauere Antworten aufgrund deiner Interessen, Hinweise und Fragen. Diese künstliche Intelligenz ist bemerkenswert. Zukünftig wird dieses Feature sicher ausgebaut und bald auch in anderen Sparten verfügbar sein. Beim Datenschutz und den sonstigen Inhalten kann Allo mich jedoch nicht vollends überzeugen. Hierbei fehlen mir einfach noch einige innovative Entwicklungen gegenüber der Konkurrenz. Wenn der Assistent in naher Zukunft auch weitere Sprachen versteht, könnte er die derzeitige Messenger-Welt auf den Kopf stellen. Und nicht nur das: Er kann schließlich in Gespräche zwischen Menschen integriert werden, um seinen wünschenswerten Senf dazu zu geben. So erhältst du praktische Anregungen und Hinweisen bspw. für die gemeinsame Abendplanung. Dies ist das Novum, auf das ich gewartet habe. Eine KI im Smartphone, welche wirklich mitdenkt.

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Abschließend bleibt mir also zu sagen: Er tut das, was ein Messenger tun soll und bietet dazu noch den praktischen Assistenten. Wenn du bezüglich der datenschutzrechtlichen Bedenken keine selbigen hast, empfehle ich dir deshalb Allo “Hallo” zu sagen und ihn einmal auszuprobieren.

Hier kannst du dir ein passendes Android-Smartphone kaufen!

Hast du Allo bereits ausprobiert? Sag mir deine Meinung zum neuen Google Messenger in den Kommentaren!

 

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