Moskau lockt Besucher mit kostenlosem WLAN auf Friedhöfe

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Lange war ich der Überzeugung, dass man auf Friedhöfe geht, um seinen verstorbenen Verwandten und Bekannten die letzte Ehre zu erweisen. Die Russen aber lehren uns das Gegenteil. Zukünftig wird es in Moskau kostenloses Internet über WLAN auf Begräbnisstätten geben, um den Aufenthalt der Gäste zu verschönern. Ob das wirklich angebracht ist und wann Berlin nachzieht, lest ihr hier.

Gratis Internet auf Moskaus Friedhöfen

Wenn man früher einen WLAN-Hotspot brauchte, ging man in den nächsten McDonalds oder suchte sich in anderen Lokalitäten, wie Cafes und Hotels, kostenfreies WiFi. Beobachtet man hingegen die neuste Entwicklung in Russland, sind diese Zeiten vorerst vorbei. Die neue Devise lautet: Totentanz und WLAN. Der Sinn dahinter ist zwar in wenigen Worten erklärt, die Sache dürfte aber trotzdem ein umstrittenes Thema bleiben.

WLAN macht den Aufenthalt auf dem Friedhof angenehmer

Samsung-boris_wlanDas ist zumindest die Meinung von Artjom Jekimow, der beim staatlichen Bestattungsinstitut arbeitet. Er war einer derjenigen, die sich dafür stark gemacht haben, dass es ab kommenden Jahr in Moskau freies Internet auf Begräbnisstätten gibt. So sollen die Besucher vor allem auf historische Friedhöfe, wie den zum Neujungfrauenkloster gehörigen, gelockt werden. Hier liegt der frühere Staatspräsident Boris Jelzin begraben. Jekimows Idee dahinter ist, dass Interessierte mit dem Internetzugang noch mehr spannende Informationen über die prominenten Unsterblichen erfahren können. Getestet wird das WLAN-Angebot zunächst auf den drei Ruhestätten Nowodewitschi, Trojekurowo und Wagankowo.

Inwiefern dieses Geschäftskonzept funktioniert, ist jedoch mehr als fraglich. Nicht jeder geht vor Begeisterung in Flammen auf, wenn er sich über verstorbene Größen informieren darf. Vor allem Jugendliche dürften das Web dann eher dazu nutzen, um ausgiebig zu shoppen, während Mutter und Vater verzückt von alten Dichtern lesen. Ein weiteres Problem ist sicherlich die Attraktivität von kostenfreiem Internet. In einem Land wie Russland, ist die Kluft zwischen arm und reich ohnehin riesig. Wie also wollen die modernen Bestatter verhindern, dass der Friedhof zukünftig Sammelort sozial Schwacher oder Durchreisender wird?

Das alles wird man sehen, wenn das Pilotprojekt an den Start geht. Sollte es funktionieren und die gewünschten Erfolge nach sich ziehen, plant Moskau weitere 133 Friedhöfe auszustatten. Noch nicht geklärt ist allerdings, wann und ob auch Berlin unsere Ruhestätten cybertauglich macht.

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Wie seht ihr das? Findet ihr es respektlos auf dem Friedhof zu surfen, oder seid ihr froh, dass ihr euch dann keine langweiligen Geschichtsromane mehr anhören müsst. Würdet ihr das WLAN auch in eurer Freizeit nutzen, oder tatsächlich mal nachsehen, welche Hintergründe der Verstorbene hat? Schreibt uns dazu in den Kommentaren.

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