Ladekabel in der Steckdose lassen: Kostenfalle oder sogar gefährlich?

2
Wir rüsten dich mit Pro und Contra Argumenten für die nächste Diskussion
LESEZEIT CA: 4 MINUTEN

Wenn es um das Thema Stromsparen geht, gehen Gewohnheiten und vor allem die Umsetzung weit auseinander. Besonders werden einem solche Differenzen bewusst, wenn man selbst eher einen laschen Umgang mit der Standby-Strom-Verschwendung hat aber seinen Alltag mit einem/r militanten Stromsparer/in teilt.

Ist ja auch verdammt praktisch, sich die wenigen Sekunden Lebenszeit, die man mit z.B. Verteiler an- und schalten verschwendet, zu sparen. Und wenn der Kühlschrank und die Waschmaschine A++ haben, hat man seine Aufgabe, sparsam mit Strom und somit schonend mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen, erfüllt. Ein ewiger Streitpunkt zwischen sich Wohnraum teilenden Strom-Schlumpis und den extremen Stromsparern ist an der Dose hängende Ladegeräte von Smartphones. Und da kann es politisch und emotional werden 😉.

Da wir aber wollen, dass sich alle liebhaben und sich höchstens darüber streiten, ob iOS oder Android geiler ist, klären wir hier die große Frage des Alltags: „Welche Auswirkungen hat es, wenn ich das Ladegerät einfach in der Steckdose lasse, obwohl ich es gerade nicht zum Laden benutze?“ Hier ein paar harte Fakten, die bei der kommenden Diskussion nützlich sind.

JA! Ladegeräte ziehen auch Strom, wenn euer Smartphone nicht daran hängt

Das liegt daran, dass in den kleinen (Netzteilen) mehr Elektronik steckt als man vermutlich annimmt: Der Strom aus der Steckdose wird mithilfe eines Trafos in die für das Gerät passende Spannung um. Die im Netzteil verarbeitete Elektronik arbeitet weiter, auch wenn man das Handy abzieht. Jedoch um einiges weniger als wenn dein nach Strom gierendes, und auf den Wiedereinsatz wartendes, Smartphone daran saugt. Das Netzteil versorgt sich also weiterhin mit Strom.

Laut einem Galileo-Bericht kostet der Luxus eines 365 Tage lang an der Steckdose hängenden Ladekabels ohne Gerät genau einen Euro. Zuzüglich kommen noch die Kosten für das Laden deines Smartphones hinzu, welche gravierend von Modell und deinem Nutzungsverhalten abhängig sind. Tatsächlich macht dich auch das aber keineswegs arm: Pro Smartphone und Jahr kostet dich das Aufladen etwa 10€. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass Akkus immer größer werden müssen, um z.B. die immer größeren Displays zu versorgen. Zwar werden auch die Prozessoren immer energieeffizienter, für die gestiegenen Anforderungen muss die Kapazität trotzdem anwachsen. Zum Vergleich: Das erste Samsung Galaxy Note kam 2011 mit einer Akkukapazität von damals gigantischen 2.500 mAh auf den Markt – das aktuelle Galaxy Note 9 bringt es auf 4.000 mAh!

 

Ist es gefährlich, das Netzteil in der Steckdose zu lassen?

Oh ja Leute, in bestimmten Fällen kann von dem aus der Steckdose hängenden Kabel auch Gefahr ausgehen

  1. Billige Fake-Netzteile können dir so richtig um die Ohren fliegen. Nun da wir jetzt alle wissen, dass Handynetzteile mehr Technik in sich bergen als von den meisten vermutet, kann man sich dann auch die subjektiv wohl als sehr übertrieben empfundenen Preise für die originalen Netzteile besser erklären. Denn schon häufig haben Nutzer von billigen und schlecht verarbeiteten Netzteilen teilweise gefährliche Stromschläge abbekommen. Das passiert zum Beispiel bei Ladegeräten, die den Stromfluss nicht ordnungsgemäß für das Smartphone drosseln und mit voller 230-Volt-Power „angreifen“. Ein durchschnittliches Smartphone braucht um die 5 Volt, um geladen zu werden. Falsch gedrosselte Energie kann dabei nicht nur deinem Akku schaden. Zum Glück bleibt es im Ernstfall meistens bei verschmorten Kabeln bzw. Netzteilen, und man selbst bleibt unverletzt. Selbstverständlich gibt es auch sehr gut verarbeitete No-Name-Ladegeräte. Doch leider gibt es keine Richtlinien, wie man ein solches erkennt. Solltest du allerdings ein Apple- bzw. Samsung-Ladekabel für 2 Euro bei Amazon sehen: Finger weg! 😊
  2. Manche Haustiere lieben Kabel. Vor allem die jungen Hunde- und Katzenwelpen sind häufig große Fans von Kabelsalaten aller Art. Damit der geliebte Wuschel also keinen Stromschlag bekommt, ist es sicherer nicht benutzte Ladekabel von der Steckdose zu ziehen. Und damit das geliebte Ladekabel heil bleibt, musste du es vor dem Tierchen verstecken. Es gibt ja genug Kabel zum Naschen (TV, Mikrowelle und so), doch ein Leben ohne ein aufgeladenes Smartphone ist trist und einsam.
  3. Es lauern auch stromunabhängige Gefahren bei in der Steckdose verbleibenden Kabeln. Sie können für dich und vor allem für diejenigen eine Stolpergefahr darstellen, die deinen Ladestation-Gewohnheiten unkundig sind. Des Weiteren rate ich dir aus persönlicher Erfahrung davon ab, deine Ladegeräte in der Nähe des Herdes stecken zu lassen. Die Gefahr im Eifer des Kochgefechts besteht darin, dass das Kabel versehentlich auf die heiße Herdplatte kommt und innerhalb von Sekunden unbrauchbar wird.

 

Fazit: Qualität spart Strom, Geld
und Frust

Eins weißt du nun sicher: Dass du kein schlechtes Gewissen zu haben brauchst, wenn du dein Ladekabel nicht von der Steckdose nimmst. Denn es handelt sich hierbei nicht um unersättliche Stromfresser. Viel eher bergen Ladekabel an anderen Stellen Gefahren. Vor allem an der Qualität dieser sollte auf keinen Fall gespart werden. Am besten also du pflegst und hegst das Ladegerät (vor allem das Netzteil), welches schon bei deinem Smartphone dabei war. Vor allem bei Smartphones mit Quick Charge Funktion ist es genau für dein Model konzipiert. Solltest du mal ein zweites oder auch drittes benötigen, empfehlen sich die originalen Produkte der Hersteller oder die Bewertungen von Kunden.

Dich ärgert es, dass dein Handy aufgrund der fehlenden Quick Charge Funktion ewig am Kabel hängen muss? Dann findest du HIER ganz bestimmt ein modernes und passendes Handy mit Ausdauer uns Schnelllade-Funktion.

Teilen:

2 Kommentare

  1. In Ihrem Artikel sprechen Sie über Fake-Netzteile, die die Gefahr in sich bergen, zu überhitzen. Jedoch kommen Sie zu dem Fazit, dass man bei 2€ Ladekabeln lieber zurückschrecken sollte. Ich finde eher, dass man daraus das Fazit ziehen sollte, dass man von günstigen Netzteilen Abstand nehmen sollte. Günstigere Kabel bergen hauptsächlich die Gefahr in sich, schneller kaputt zu gehen, da sie meist schlechter verarbeitet sind.

    • Hallo FlaX,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Generell sollte man von Billig-Ersatzteilen die Finger lassen. Das gilt sowohl für Ladekabel als auch für Netzteile, obwohl letztere natürlich meist die gefährlicheren Bauteile sind. Ich denke, meine Kollegin hat das auch genauso gemeint und im Fazit die Begriffe “Netzteil” und “Ladekabel” lediglich synonym verwendet.

      LG
      Ben

Hinterlasse eine Antwort