Google Glass – Verkaufspreis 1080 Euro, Materialwert 57 Euro

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Wir wurden überrascht von einem an sich günstigen Google Produkt. Lediglich reichlich 57 Euro kostet das Material der intelligenten Brille “Google Glass”. Was rechtfertigt eigentlich dann einen Verkaufspreis von 1080 Euro?

Noch ist sie gar nicht auf dem deutschen Markt erhältlich und schon spaltet die Google Glass die Nation. Für die einen ein absolut innovatives Hi-Tech-Produkt und für die anderen der nächste Schritt zur totalen Überwachung durch Google.

 

Was ist und kann die Google Glass?

 

google-glass

Die Google Glass ist ein an einem Brillengestell getragener Miniaturcomputer. Der Name Glass leitet sich durch das Glasprisma her, dass Informationen in das Sichtfeld des Benutzers einblendet. Bedient wird die Google Glass durch Sprache, Kopfbewegung und ein integriertes Touchpad. Der Ursprung der Glass ist ein an eine Brille montiertes Smartphone. Ähnlich wie dieses soll sie die gleichen Funktionen haben.

 

My Google Glass zeigt im Video die Funktionsweise der Glass und vermittelt einiges Wissenswertes zur Entstehung der Glass.

 

 

 

Die Materialkosten

 

Erste Prototypen für Entwickler gingen im Vorfeld für 1080,77 Euro (1500 US-Dollar) über die Ladentheke. Da diese ersten Glass nur in sehr geringer Stückzahl in den USA gefertigt wurden, bleibt abzuwarten, ob dieser Preis überhaupt Massenmarkt tauglich ist.

 

Bild-Quelle: techinsights.com

Bild-Quelle: techinsights.com

 

 

Auseinander genommen wurde die Google Glass von Techsight mit einem überraschenden Ergebnis. Wenn man die Einzelteile der Brille betrachtet, kommen einem doch Zweifel an dem von Google aufgerufenen Preis. Aus diesem Grund hat Techsight nachgerechnet und kommt zu dem Ergebnis das der Materialwert bei 57,49 Euro (umgerechnet 79,78 US-Dollar) liegt.

 

Bei der Analyse der Teile ergab sich, dass diese als Einzelkomponenten durchaus günstig zu haben sind. Leider konnten die Experten die google Glass nicht komplett auseinander nehmen. Am teuersten soll der Prozessor mit 10,02 Euro (umgerechnet 13,96 US-Dollar) sein. Die Kamera soll beispielsweise mit 4,06 Euro (umgerechnet 5,66 Dollar) zu Buche schlagen. Die Batterie ist für schmale 82 Cent (umgerechnet 1,14 US-Dollar) zu haben. Es wurden keine Fertigungs-, sowie Entwicklungs-, Vertriebs- und Werbekosten mitberechnet.

 

Googles Unternehmenssprecher bestreitet gegenüber dem Wall Street Journal die Zahlen zum Materialwert der Glass als „völlig falsch“, äußert sich aber auch nicht zu der tatsächlichen Preisgestaltung.

 

Entweder die Entwicklungskosten sind astronomisch hoch oder google verdient mehr als gut an seinem Prestigeprojekt.

 

Die Diskussion

 

Am Körper getragene technische Geräte sind nicht erst seit dem Mobile World Congress der letzte Schrei. Die Technik-Branche sieht die so genannten “wearable devices” als nächste große technische Revolution. Kritiker stehen der Google Glass deutlich skeptischer gegenüber, da sie persönliche Ausspähung und Überwachung befürchten. Nicht nur deutsche Datenschützer laufen Sturm, da sie die Zerstörung der Privatsphäre durch die Google Glass sehen. Da man Menschen ungefragt filmen und fotografieren kann, sehen sie u.a. die Rechte am eigenen Bild verletzt. Aber die Gesichtserkennung ist für die Google Glass nicht vorgesehen.

 

Rechtlich gesehen besteht noch sehr großer Nachholebedarf, da es bis dato keinerlei gesetzlichen Richtlinien gibt. Momentan fällt z.B. die Google Glass in Russland und der Ukraine unter Spionagetechnik.

 

Google veröffentlichte vor geraumer Zeit einen Knigge zur Benutzung der Glass, die beispielsweise darauf hinweisen, dass man Glass nicht beim Rodeo oder zu einem romantischen Dinner tragen soll. Ebenso soll Krieg und Frieden von Tolstoi besser nicht mit Glass gelesen werden. Man soll freundlich zu den Mitmenschen sein und eventuell auftretende Fragen zuvorkommend beantworten.

 

Glass

Die Simpsons und die google glass

 

Selbst bei den Simpsons waren die Google Glass bereits Thema. Die Oogle Googles  werden dabei in Springfield kräftig durch den Kakao gezogen. Zu sehen ist dies in der elften Folge der 25. Staffel mit Namen “Specs in the City”. Diese Folge lief Ende Januar im US-Fernsehen. 

 

Dabei stellen sich dann Fragen wie: Was teile ich mit meiner Umwelt? Gibt es überhaupt noch Privatsphäre? Was passiert, wenn plötzlich alle Menschen sofortigen Zugriff auf alle Informationen erhalten.

 

Wissenswertes rund um Glass

 

In 8 US-Städten u.a. Los Angeles, New York, Boston und Orlando fand am 3.5.2014 die „Glass Night Out“ stand. Dabei trafen Nutzer, die so genannten Explorer, der Google Glass mit Skeptikern und Interessierten bei einem informellen Event zusammen um sich über Googles Vorzeige Tech-Projekt auszutauschen.

 

Mehr zur Google Glass wird es vermutlich zur Google I/O Entwicklerkonferenz Ende Juni geben. Aber der anvisierte Marktstart 2014 wackelt höchstwahrscheinlich, da die Datenschützer mobil machen.

 

Wir werden weiterhin die Entwicklung der Glass im Auge behalten.

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