Fingerabdrucksensor gehackt: Wie sicher ist die Entsperr-Methode noch?

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Hättest du gedacht, dass sich deine Privatsphäre so leicht knacken lässt
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Der menschliche Fingerabdruck ist einzigartig und entsteht schon im Mutterleib. Die feinen Linien, welche Papillaren genannt werden, sind sogar bei eineiigen Zwillingen, die über identisches Erbgut verfügen, nicht gleich. Diese Einzigartigkeit gibt Kriminologen oft Hinweise zu Übeltätern. Uns Nutzer beruhigt vor allem der Gedanke, nichts könne persönliche Daten (wie die in deinem Smartphone) besser schützen als der eigene Fingerabdruck.

Apple machte 2013 den ersten Schritt mit der Touch-ID

Um den Usern einen möglichst schnellen und sicheren Zugang zu ihren Geräten zu gewährleisten, wurde in allen Apple Geräten seit dem iPhone 5s, ein Fingerabdrucksensor – genannt Touch-ID – eingebaut. Schon kurz darauf macht der Fingerabdruckscanner auch bei den Flaggschiffen der Konkurrenz Schule. Dies aber mit anderen Namen oder abgewandelten Technologien. Frei nach dem Motto: “Wenn du ein Smartphone der Spitzenklasse verkaufen willst, muss der Nutzer es mit seinem Fingerabdruck entsperren können.“

Huawei Mate 9 Fingerabdruckscanner

Huawei Mate 9 Fingerabdruckscanner

An welcher Stelle der Fingerabdruckscanner angebracht ist, wurde teilweise sogar zum Erkennungsmerkmal von großen Herstellern. Samsung und Apple beherbergten diesen bisher in Ihren Homebuttons. Huawei hingegen verwendet dafür die Rückseite ihrer Geräte. Sony wiederum verbaut seinen Fingerabdruckscanner auf der rechten Seite seiner Smartphones. Ein echtes Must-have also!

Seit diesem Jahr findet sich der Fingerabdrucksensor nicht nur in Flaggschiffen und High-End Geräten. Auch Mittelklasse-Geräte, wie das Samsung Galaxy A3 (2017) und das Galaxy A5 (2017), haben dieses praktische Gadget nun an Bord.

Ist der Fingerabdruckscanner nicht so sicher wie gedacht?

Bankgeschäfte und Ticketkauf mit Fingerabdrucklegitimation auf dem iPhone

Bankgeschäfte und Ticketkauf mit Fingerabdruck auf dem iPhone

Der CCC (Chaos Computer Club) ist die größte europäische Hackervereinigung innerhalb der digitalen Welt. Dieser deckt unter anderem Sicherheitslücken auf. So auch bei Fingerabdruckscannern von Smartphones. Der CCC fand heraus, dass der Fingerabdruck-Scan auch mit Fotos geknackt werden kann. Selbstverständlich hängt der Erfolg eines solchen Unterfangens enorm von der Auflösung und der Bildqualität ab. Allerdings sollen bereits Kameras ab 10 Megapixeln geeignet sein. Die Tatsache, dass bereits ein Laserdrucker, eine Foto-Bearbeitungsdatei und ein paar Zutaten aus dem Bastelfachgeschäft ausreichen, um zum Beispiel dein Handy zu entsperren, ist schon ziemlich erschreckend. Denn anders als bei anderen Sicherheitsvorkehrungen wie Codes oder Passwörtern, lässt sich der Fingerabdruck nicht verändern. Einmal in den falschen Händen, kann er großen Schaden anrichten. Schließlich kannst du mittlerweile problemlos Online-Einkäufe oder Bankgeschäfte via Fingerabdruck verbindlich tätigen.

Solltest du deshalb auf den Fingerabdruckscanner verzichten?

fingerprintAn den Technologien, welche die Smartphone-Hersteller verwenden, gibt es nichts auszusetzen. Diese messen und erkennen heutzutage deinen Fingerabdruck sehr schnell und ohne Beanstandungen. Die Tatsache aber, wie einfach eines deiner einzigartigsten Merkmale nachzuahmen ist, sollte dir auf jeden Fall zu Denken geben: Welche Vorgänge willst du mit deinem Fingerabdruck legitimieren? Handy entsperren – ok. Wer würde denn auch noch darauf verzichten wollen? Bei Bankgeschäften oder Zahlungslegitimationen, solltest du mit Bedacht überlegen, ob es sicher genug ist.

irisscanGibt es Alternativen?

Am sichersten sind Passwörter. Aber solche, die so sicher sind, dass du sie selbst vergisst, erfüllen ihren Zweck dann doch zu gut 😉.

Eine schnelle und einfache Alternative wurde uns 2016 bereits von Samsung Galaxy Note 7 und dem Microsoft Lumia 950 (XL) mit der Iris-Erkennung vorgestellt. Genau wie der Fingerabdruck, ist auch die Iris eines jeden Menschen einzigartig. Auch die Iris-Scanner lassen sich bei austricksten. Dies ist aber um einiges aufwendiger als beim Fingerabdrucksensor. >> Hier geht’s zum Beitrag “Wie funktioniert der Iris-Scanner und wie richte ich ihn ein?”

mobildiscounter.de empfiehlt: Samsung Galaxy S8 mit Iris-Scanner

Mal ganz ehrlich, zum Glück haben wir alle ein recht sicheres und schönes Leben. Die größte Gefahr für den Inhalt unserer Smartphones geht doch meist von eifersüchtigen und/oder zu neugierigen Zeitgenossen und Genossinnen aus. Aber jeden Tag wacht auch ein Verbrecher auf, der ein neues Opfer sucht. Eine sicherere und praktische Datensicherung per Iris-Scanner, ist eine echte Alternative bzw. Ergänzung zum Fingerabdrucksensor. Leider haben noch nicht besonders viele Smartphones dieses Feature. Leakende-Twitter-Vögelchen spekulieren schon seit geraumer Zeit, dass sich das bald ändert. Das von vielen herbeigesehnte Samsung Galaxy S8 soll über den, bereits im Note 7 vorgestellten Iris-Scanner, verfügen. Wer zusätzlich für mehr Sicherheit im Smartphone sorgen möchte, kann auch sicherheitsbedürftige Apps (Bank, Amazon, PayPal) in einem extra gesicherten Bereich verschieben, welcher mit einer zusätzlichen Passworteingabe zugänglich ist. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es jedoch auch dabei nicht.

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