Erfolgsgeschichte Huawei: Die neue Macht auf dem Smartphone-Markt

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Warum das chinesische Unternehmen nach Apple bald auch noch Samsung überholen wird!
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Für gewöhnlich sind Quartalszahlen von Unternehmen meist nur für Anleger und Branchenkenner interessant. Allerdings lohnt es sich dieses Mal, einen genauen Blick auf die Meldungen der letzten Tage zu werfen: Neben schlechten Nachrichten bei Samsung (Galaxy S9 ist ein Flop, der Note 9 Release wird vorgezogen) und guten Nachrichten von Apple (iPhone X ist das bestverkaufte Smartphone der Welt) machte insbesondere eine Meldung Schlagzeilen: Huawei löst Apple von Platz 2 der Hersteller mit den meistverkauften Smartphones ab.

Huawei plötzlich auf Platz 2: Eine Überraschung?

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der Marktanteile, stellt man tatsächlich eine Veränderung fest: Während der Vorsprung von Samsung vor der Konkurrenz noch in Q1 2017 beinahe 10% betrug, rücken die Marktanteile der Top 5 Hersteller immer weiter zusammen. Anscheinend beginnt die Dominanz der großen Hersteller – Apple und Samsung – langsam zu bröckeln. Grund dafür sind insbesondere die aufstrebenden chinesischen Smartphone-Hersteller, die längst nicht mehr ausschließlich in ihren Heimatmärkten unterwegs sind. Allen voran: Huawei.

Top 5 Smartphone Hersteller

In den Top 5 der größten Smartphone-Produzenten sind (abgesehen von Samsung und Apple) ausschließlich chinesische Smartphone-Hersteller vertreten. Allerdings gibt es auch hier Veränderung. So hat Xiaomi mittlerweile Vivo überholt.


Durch ein extremes Absatzplus von über 40% ist es Huawei (gesprochen übrigens: „Wawei“) nun sogar erstmals gelungen, mehr Smartphones zu verkaufen als Apple. Der Erfolg des chinesischen Smartphone-Herstellers, der bereits seit 2011 eigene Endgeräte (Smartphones, Tablets, Smartwatches & Co.) in Deutschland vertreibt, kommt dabei alles andere als überraschend. Vielmehr hat sich der Erfolg des chinesischen Vorzeige-Unternehmens schon mehrere Jahre lang angekündigt.

Ein kurzer Abriss der mittlerweile über 30-jährigen Erfolgsgeschichte

Das Unternehmen Huawei Technologies Co., Ltd wurde 1987 in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen von Ren Zhengfei gegründet. Damals startete Ren zusammen mit 11 Mitarbeitern und einem (nach heutigen Maßstäben) lächerlich geringen Startkapital von 21.000 Yuan. Heute leben und arbeiten allein in der Hauptzentrale über 60.000 Menschen und das Unternehmen gehört mit einem Jahresumsatz von ca. 80 Milliarden US-Dollar zu den Top 20 der größten Firmen in China. Was macht das Unternehmen also so erfolgreich?

Google Maps Huawei

Schon längst kein ausschließlich chinesisches Unternehmen mehr: Huawei hat mittlerweile Standorte auf der ganzen Welt. Quelle: maps.google.com

Wie alles begann: Gebrauchte Telefonanlagen aus Hongkong

Mit geringem (finanziellen und human-) Kapital gestartet, begann das Unternehmen aus Shenzhen zunächst damit, gebrauchte Telefonanlagen aus Hongkong aufzukaufen und damit das chinesische Festland auszurüsten. Denn die wirtschaftliche Öffnung der Volksrepublik Chinas ging nur langsam voran. Ausländische Firmen hatten (abgesehen von einzelnen Sonderwirtschaftszonen) kaum Zugriff auf den chinesischen Markt. Da der Import die schnell steigende Nachfrage kaum decken konnte, stellten sich schnell finanzielle Erfolge ein. Damit finanzierte Huawei schon ziemlich früh den Aufbau einer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Kerngeschäft Zulieferer-Branche: Erste Deals mit ausländischen Telekommunikationsfirmen

Bereits nach wenigen Jahren begann Huawei damit, eigene Produkte zu produzieren. Dabei beschränkte man sich zunächst jedoch damit, andere Telekommunikationsfirmen mit Geräten zu beliefern. Der erste größere Deal, der auch über die Landesgrenzen hinweg für Aufmerksamkeit sorgte, war der mit Vodafone im Jahre 2005. Im selben Jahr überstiegen die Auslandsumsätze erstmals die im Inland. Nach und nach konnten Verträge mit allen führenden Telekommunikations-Dienstleistern (z.B. der deutschen Telekom) abgeschlossen werden. Mittlerweile liegt Huawei auf Platz 1 der weltweit führenden Telekommunikations-Ausrüster.

Telekom Router von Huawei

Sieht so dein Router zu Hause aus? Nein? Egal – höchstwahrscheinlich stammt er trotzdem von Huawei. Denn mittlerweile werden quasi alle großen Telekommunikations-Firmen durch die Chinesen beliefert. Auf dem Gerät steht dann „Telekom“, „Vodafone“ oder „O2“, drin steckt Technik von Huawei.


Der endgültige Durchbruch: Der Start ins Smartphone-Geschäft

Bereits 2003 begann das Unternehmen damit, eigene Mobiltelefone zu entwickeln. Zunächst beschränkte man sich weiterhin darauf, die großen Telekommunikations-Unternehmen mit Geräten auszustatten, die diese dann unter ihren Namen verkauften. Das Vorgehen war überaus erfolgreich: Mit dem Huawei U8150 konnte das chinesische Unternehmen (noch unter dem Branding von „China Telecom“ innerhalb der ersten 100 Tage über 1 Millionen Geräte auf dem chinesischen Festland verkaufen.

Huawei C8500

Der erste Mega-Seller von Huawei. Noch unter dem Branding von China Telecom verkaufte Huawei innerhalb von 100 Tagen über 1 Millionen U8150-Modelle in China. Quelle: gsmdome.com


Erstmals 2011 begann Huawei damit, ihre Geräte unter eigenem Namen zu verkaufen. Auch hier stellten sich schnell erste Erfolge ein. Die Kombination aus guter Qualität und günstigen Preisen fanden schnell auch außerhalb Chinas zunehmend Abnehmer.

Huawei heute: Echte Konkurrenz für Samsung und Apple

Dabei ist Huawei längst auch in Deutschland angekommen. Mit jedem Jahr und jedem neuen Modell scheint die Akzeptanz (und der Marktanteil) Huaweis größer zu werden. Nicht zuletzt dank des chinesischen Vorzeigeunternehmens unter der Führung von Ren Zhengfei ist der Begriff „China-Smartphone“ längst kein Schimpfwort mehr. Aktuell bringt man Hauwei insbesondere mit hervorragender Kamera-Technik in Verbindung. Bereits 2016 schloss man eine langfristige Partnerschaft mit dem deutschen Traditions-Unternehmen Leica. Mit dem Release des Huawei P9 kam das erste Smartphone mit Leica Dual Kamera auf den Markt.

Huawei P20 Release

Die Huawei P20-Reihe ist auch in Europa ein voller Erfolg. Allen voran das Huawei P20 Pro mit Triple Cam begeistert mit hervorragenden Fotos.


Spätestens mit dem Release des Huawei P20 Pro Anfang 2018 trug die Kooperation Früchte. So stellt die revolutionäre Triple-Kamera im P20 Pro die Konkurrenz rund um iPhone X und Galaxy S9+ in den Schatten. Die Kombination aus 40 Megapixel Sensor, künstlicher Intelligenz und 5-fach-hybrid-Zoom sorgt dafür, dass separate Digitalkameras immer überflüssiger werden. Für die Foto-Experten von DxOMark ist das P20 Pro mit einem Benchmark-Score von 109 Punkten das beste Kamera-Smartphone auf dem Markt – mit Abstand.

Huawei in der Zukunft: Können die Chinesen Samsung überholen?

Auch für die nahe Zukunft scheint Huawei gute Aussichten zu haben, weitere Marktanteile zu ergattern. Noch dieses Jahr erwartet uns die Huawei Mate 20 Reihe. Dabei liegen die größten Erwarungen auf dem kommenden Huawei Mate 20 Pro: So soll das neue Flaggschiff-Modell ein gigantisches 6,9 Zoll OLED mit integriertem Fingerabdruck-Sensor, Kirin 980 Prozessor, 4.200mAh Akku, Android 9.0 P und insgesamt 5 Kameras (natürlich von Leica) bieten. Erneut werden es Samsung mit dem Galaxy Note 9 und Apple mit dem iPhone X Plus nicht leicht haben, ihre Marktanteile gegen Huawei zu verteidigen.

Huawei Mate 20 Pro

So könnte das kommende Huawei Mate 20 Pro aussehen. Quelle: youtube.com/TechnologistExpert


Für den kometenhaften Aufstieg steht Huawei jedoch nicht allein: Während sich der Fokus der Hauptmarke nach und nach in Richtung High-End-Smartphones verschoben hat, versorgt die 2014 gegründete Tochter-Firma Honor den Rest des Marktes. Mit günstigeren Mittelklasse-Smartphones, die eine jüngere, internetaffine Zielgruppe bedienen soll, hat Honor (bisher) insbesondere in Asien Erfolg. Erst kürzlich wurde das Honor Note 10 in China vorgestellt: Auch dieses Mal wird die Kombination aus 6,95 Zoll AMOLED, 5.000mAh Akku und günstigem Preis vermutlich ein Erfolg.

Honor Note 10

Schon der nächste Verkaufs-Schlager im Anmarsch? Das Honor Note 10 kommt mit 6,95 Zoll und gigantischem 5.000 maAh Akku. Quelle: digitaltrends.com


Letzte Hürde US-Markt: Woher kommt das Misstrauen der US-Regierung?

Eigentlich feiern die Smartphones von Huawei auf der ganzen Welt Erfolge. Allerdings gibt es da einen nicht zu vernachlässigenden weißen Fleck auf der Landkarte: Den US-Markt. Tatsächlich haben chinesische Unternehmen kaum Möglichkeiten, ihre Geräte in den USA zu vertreiben. Noch viel mehr als hierzulande werden dort die meisten Smartphones mithilfe der großen Netzbetreiber verkauft. Diese würden Huawei zwar gern ins Portfolio aufnehmen, dürfen das jedoch – offenbar auf Druck der US-Regierung – nicht. Huawei kann seine Smartphones zwar auf den üblichen Verkaufs-Portalen wie Amazon oder über kleinere Provider vertreiben – ein relevanten Marktanteil bekommt man in den USA so aber nicht. Angaben zufolge stammen nur ca. 2% der verkauften Smartphones in den USA von Huawei. Zum Vergleich: In Deutschland sind es bereits heute über 12% – Tendenz steigend.

Huawei USA

Bisher noch nicht in den USA angekommen: Umso beeindruckender sind die weltweiten Marktanteile von Huawei.


Grund für den Misserfolg des Konzerns in den USA ist das anhaltende Misstrauen seitens der US-Regierung. Huawei steht im Verdacht, der chinesischen Regierung bei der Spionage zu unterstützen. Ausgangspunkt für die Vorwürfe sind Sicherheitslücken, die in verschiedenen Routern der asiatischen Hersteller gefunden worden sind. Theoretisch könnten so empfindliche Daten an Hacker (oder die Kommunistische Partei Chinas). Dass bereits ein Jahr später ähnliche Sicherheitslücken in den Geräten von Cisco (einer US-Firma) entdeckt wurden – geschenkt!

Huaweis Erfolgsrezept: Entwicklung, Forschung & Internationalität

Was steckt also hinter dem Erfolg von Huawei? Anders als – Achtung: Klischee – viele andere chinesische Unternehmen, setzt das mittlerweile wohl bekannteste chinesische Unternehmen primär auf eigene Forschung & Entwicklung. Schon heute stellt Huawei deshalb kaum noch eigene Komponenten her, sondern setzt selbst auf Zulieferer. Anstatt die großen Technologie-Vorreiter zu imitieren (wie es z.B. Xiaomi erfolgreich macht), kommen Innovationen immer häufiger aus dem eigenen Haus. So will man etwa Vorreiter im Bereich des kommenden Netzstandards 5G sein. Nicht umsonst bezeichnet die Welt das Unternehmen als den „unchinesischsten Konzern Chinas“.

Huawei Service Center Berlin Alexanderplatz

Teil der international aufgestellten Firmenphilosophie: Die Eröffnung des ersten Huawei Customer Service Centers in Deutschland. Nach Filialen in Italien und Spanien öffnete der Vor-Ort-Service Point in Berlin Anfang 2017. Quelle: huawei.com


Darüber hinaus hat sich Huaweis früher Fokus auf Globalisierung ausgezahlt: Als erstes chinesisches Unternehmen nutzte man die Marktpotenziale außerhalb der Volksrepublik. Während andere Smartphone-Produzenten aus Fernost wie Xiaomi, Vivo, Oppo und ZTE erst nach und nach erste Schritte Richtung Europa und Nordamerika unternehmen, ist Huawei schon längst da. Über 70% des Umsatzes werden schon heute im Ausland generiert.

Fazit: Huawei scheint kaum zu bremsen

Die Kurve des chinesischen Smartphone-Herstellers zeigt steil nach oben. Vermutlich hält der Erfolg auch weiterhin an. Mittlerweile führt an Huawei – sogar im vergleichsweise konservativen Deutschland – kein Weg mehr vorbei. Sollten die Probleme auf dem US-Markt zu beseitigen sein, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch Samsung seinen Platz als größter Smartphone-Produzent der Welt räumen muss.

Was sagst du zum Erfolg von Huawei? Schreib es mir doch in die Kommentare!

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1 Kommentar

  1. Der Erfolg kommt in der Tat nicht von ungefähr, denke ich. Ich bin mit meinem Mate 9 seit einem Jahr sehr zufrieden. Zugemüllt mit extrem vielen Apps pp. macht das Handy noch keine Anzeichen, irgendwelche Performance-Einbußen zu zeigen. Auch die Kamera ist schon sehr gut.

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