Einfach magisch: Voller Akku dank Pipi

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Forscher haben entdeckt, wie man mit Urin den Akku aufladen kann
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Wer kennt das nicht: Du bist unterwegs mit deinem Smartphone, machst Fotos, chattest und surfst im Web und dann ist der Akku plötzlich leer. Keine Steckdose in Sicht, die Powerbank liegt daheim. Dabei ist es möglich, dass in Zukunft du selbst die Powerbank bist – sofern du genug getrunken hast. Pee Powered nennt sich die neue Technologie. Denn britischen Forschern ist es gelungen, menschlichen Urin als Energielieferant für Smartphone-Akkus zu nutzen. Diese Technologie wurde sogar bereits getestet – beim größten Musikfestival der Welt. Alles weitere erfährst du hier.

Die Idee hinter Pee Powered

Unser Energiebedarf steigt immer weiter. Smartphones, wie das Samsung Galaxy S8 oder das Apple iPhone 7 werden immer energiehungriger. Diesen Umstand müssen aktuelle Akkus abfedern können, weshalb deren Weiterentwicklung stetig fortgesetzt wird. Das teils mit fatalen Folgen (Galaxy Note 7). Eine Alternative zur Energiegewinnung kommt da gerade recht.

Inzwischen gewinnt die Menschheit Strom hauptsächlich aus Verbrennung, Wind-, Wasser- und Solarkraft oder Atomspaltung. Doch offenbar gibt es noch mehr Quellen. Forscher aus Großbritannien haben nun in ersten Tests menschlichen Urin als Energiequelle nutzbar gemacht. Zwar ist die “Ausbeute” noch nicht so reichlich, aber für kleinere Ladungen schon ausreichend.

Immerhin kannst du mit dem selbstgezapften Strom mal einen Anruf tätigen, eine kurze Nachricht schreiben oder schnell was im Web nachschauen. Außerdem arbeiten Physiker und Chemiker gemeinsam daran, dieses Projekt weiter zu optimieren.

So gewinnt dein Akku Strom aus Urin

Jetzt mal Ekel beiseite und ganz sachlich und wissenschaftlich: Hinter dem Energieprozess stecken Bakterien. Sie sind diejenigen, die eigentlich die ganze Arbeit machen. Dazu werden diese speziellen Bakterien in einer Art Brennstoffzelle gehalten. In diese Zellen wird Urin gegeben, den die Bakterien zersetzen. Dabei setzen sie Energie frei und diese kann gespeichert werden. Aus organischer Masse wird damit Elektrizität hergestellt. Und je mehr Urin die Bakterien bekommen, desto mehr Energie liefern sie beim Verputzen.

Einfach gesagt: Die Bakterien bekommen Urin zum “Verspeisen” und dabei setzen sie Energie frei, die man “abschöpfen” und speichern kann.

Funktionsweise der Stromgewinnung aus Urin - Akku laden mit Urin

Vereinfachte Darstellung der Funktionsweise von der Toilette bis zum Akku


Erster Test lief bereits erfolgreich

Für viel Power braucht es viel Urin. Und wo findet man viel Urin und wenig Stromquellen? Oktoberfest? Schwimmbad? Oder – na klar – bei einem Festival. In diesem Fall war es ein groß angelegter Test beim Glastonbury Festival Ende Juni 2017 in England. Und der verlief bereits erfolgreich. Dazu haben die Erfinder einen speziellen “WC-Pavilion” aufgebaut. Dieser war mit einer Bakterienanlage verbunden, um dann gleich vor Ort den ganzen “Krempel” in brauchbaren Strom umzuwandeln. Festivalteilnehmer konnten dort an einer Akku-Ladestation dann gratis Ihren Akku aufladen und damit das System gleich testen. Ein witziger Gedanke: Die Besucher laden Ihren Akku, während sie sich selbst “entladen”. Tja, das ist der Kreislauf des Lebens. ?

Fest steht: Das System wird auf jeden Fall weiterentwickelt und nächste Tests stehen sicher bald an.

Den Akku mit Urin aufladen beim Glastonbury Festival 2017

Der Test beim Glastonbury Festival 2017 in England (Quelle: metro.co.uk, Getty)


Unser Fazit zur neuen Energiequelle

Urin als Energielieferant – warum eigentlich nicht? Denn davon gibt es nun mal genug – er ist das Abfallprodukt schlechthin und mehr Öko wird wohl kaum gehen. Wir finden die Idee jedenfalls durchaus interessant – da umweltschonend – und praktisch – da nahezu immer verfügbar – obendrein. Unterwegs der Akku deines Top-Smartphones leer – schnell ein stilles Örtchen aufgesucht – und ein paar Minuten später schon wieder online. Wie genial ist das denn?

Was denkst du darüber: Urin als Energielieferant? Eklig oder Praktisch? Sag es mir in den Kommentaren.

 

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