Das erste Telefongespräch

0
LESEZEIT CA: 2 MINUTEN

antique-telephone
Wie sind die Menschen eigentlich früher ohne Telefon ausgekommen? Das können wir uns genauso wenig vorstellen, wie der Erfinder des Telefons vor 154 Jahren, zu glauben gewagt hätte, dass wir heutzutage überall auf der Welt ohne Schnur miteinander telefonieren und sogar Fotos mit dem Handy aufnehmen und verschicken können.

Heute am 26. Oktober, allerdings bereits im Jahr 1861, führte der deutsche Physiklehrer, Tüftler und Erfinder, Philipp Reis seinen Fernsprechapparat im Kreise der Physikalischen Gesellschaft in Frankfurt vor. So spannend wie Steve Jobs einst das iPhone präsentierte war es aber damals nicht, denn er sprach eher ernüchternd “Über die Fortpflanzung von Tönen auf beliebige Entfernungen durch Vermittlung des galvanischen Stroms”.

telefongesprächEin weitaus merkwürdigerer Satz, der dafür in den Köpfen blieb, fand bei einem anderen Test-Telefongespräch statt: “Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.” Damit konnten Reis und andere Anwesende bei dem Test durch ihre spontan ausgedachten Fantasie-Sätze beweisen, dass Sprecher und Zuhörer sich weder abgesprochen noch etwas auswendig gelernt hatten.

Seine Erfindung hat Reis “Telephon” getauft, zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern für “tele” (“fern”) und “phone” (Ton, Sprache). Die Konstruktion bestand aus einer aus Holz geschnitzten Ohrmuschel, über die er eine Membran aus Schweinedarm spannte. Dies sollte das Trommelfell nachahmen. Durch einen Platinkontakt auf der Membran wurde mithilfe einer angeschlossenen Batterie ein Stromkreis gebildet. Der Sender war über einen Draht mit einer Stricknadel verbunden, die in einem Resonanzkörper steckte. Anfangs war dies eher eine Geige. Sprach jemand in das Ohr, geriet die künstliche Membran in Schwingungen und die durch den weitergeleiteten Strom ausgelösten Bewegungen der Stricknadel erzeugten Töne. Über sein Telephon übertrug Reis in Frankfurt auch Musik. Trotz kleiner Mängel funktionierte seine Erfindung, doch die Lorbeeren dafür strich ein anderer ein.

Im Januar 1874 verstarb Reis an Tuberkulose, ohne zu Weltruhm gelangt zu sein. Der schottische Taubstummenlehrer Alexander Graham Bell griff Reis’ Idee auf und meldete am 14. Februar 1876, in den USA sein Telefon zum Patent an. Von da an verbreitete sich die Technik vor allem in den USA rasant. Deutschland brauchte noch ein paar Jahre, bis 1881 das erste Fernsprechamt in Berlin die Arbeit mit nur acht Teilnehmern aufnahm. Doch danach setzt endlich auch in der Heimat von Philipp Reis der Siegeszug des Telefons ein.

Wenn du eher auf moderne Smartphones stehst, dann sicherst du dir dein neuestes Exemplar HIER.

Könntest du dir ein Leben ohne Telefon vorstellen? Nutzt du überhaupt noch Festnetztelefone oder nur noch dein Smartphone? Schreib mir deinen Kommentar im Blog!

Teilen:

Hinterlasse eine Antwort