Das iPhone ohne Tasten – Apples Smartphone der Zukunft: Teil 1

1
Tastenlos glücklich – kommt die nächste iPhone-Generation vielleicht ganz ohne physische Tasten aus?
LESEZEIT CA: 6 MINUTEN

Apple mag keine Tasten. Deshalb will das Unternehmen in Zukunft bei seinen iPhones komplett auf mechanische Tasten am Gehäuse verzichten. Glaubt man einem Bericht von Bloomberg, arbeitet das Unternehmen aus Cupertino bereits heute an einem vollständig „cleanen“ iPhone ohne Tasten. Für die kommende Generation des iPhone X 2018 wird es zwar vermutlich noch nicht so weit sein. Dafür wird Apple das erste Mal kein Modell mit Home-Button präsentieren. Ob ein Smartphone ohne Tasten überhaupt realistisch ist und welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt – ich gehe der Sache für dich auf den Grund!


Hier geht’s zu Teil 2: Das iPhone ohne Kabel.


Apples Traum vom iPhone ohne Tasten

Zur Erfolgsgeschichte des iPhones wurde bereits alles gesagt. Seit über 10 Jahren sind die Smartphones des US-amerikanischem Technologieunternehmens allgegenwärtig. Mit jeder iPhone- Generation kamen neue Features, die immer mehr klassische Geräte überflüssig machten. MP3-Player, Navigationsgerät und Digitalkamera? Nur ein Gerät – das iPhone. Im Zuge der Entwicklung hat Apple im Laufe der Zeit einiges dafür getan, dass physische Tasten in Smartphones immer mehr an Bedeutung verlieren.

Die Anfänge: Weg mit den Tasten, weg mit dem Stylus!

Bei der Präsentation des ersten iPhones im Jahre 2007 war die Öffentlichkeit noch skeptisch: Ein „Telefon mit PDA-Funktionen“ ohne Tastatur? Wie soll das überhaupt funktionieren? Schließlich gab es bereits vorher so etwas wie „smarte Telefone“ – die PDAs, Handys und Communicator von Palm, Blackberry, Nokia und Motorola. Was hatten alle diese Geräte gemeinsam? Richtig, eine physische Tastatur. Touch-Displays mussten – wenn überhaupt vorhanden – zwingend per Stylus-Stift bedient werden.

Die Vorgänger des ersten iPhones: Palm Treo, Blackberry & Co. kamen allesamt mit mechanischer Tastatur auf den Markt.


Apples erster Lösungs-Ansatz: Multi-Touch-Display und Home-Button im ersten iPhone

Für Steve Jobs – dem mittlerweile verstorbenen Apple-Mitgründer – waren die winzigen Tastaturen unter den Bildschirmen ein Dorn im Auge. Die Probleme: Platzverschwendung, Einschränkungen in der Bedienung und kaum Individualisierungsmöglichkeiten für Apps. Die Lösung? Das Multi-Touch-Display, das erstmals die Steuerung mit mehreren Fingern gleichzeitig ermöglichte. Dazu der mittlerweile ikonische Home-Button, der – wie schon die Maus für Apples PC Lisa (1983) – mit nur einer Taste ganz neue Wege der Benutzersteuerung frei machte.

Apples Home-Button für iPhones

Die Lösung für das „Tastatur-Problem“: Apples iPhone ersetzt die Tastatur durch ein Multi-Touch-Display und den berühmten Home-Button. Quelle: apple.com


In den nächsten iPhone-Generationen war der Home-Button nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus hat sich der Knopf im Laufe der Zeit zum echten Multitalent entwickelt: Während die Taste zu Beginn hauptsächlich dazu eingesetzt wurde, um ins Hauptmenü zurückzukehren, sind mittlerweile verschiedene Klick- und „Tap“-Funktionen freigeschalten. So kannst du z.B. per Doppelklick den Sprachassistenten Siri aktivieren oder eigene Kurzbefehle programmieren. Seit dem iPhone 5s dient der Home-Button darüber hinaus gleichzeitig als Fingerabdruck-Sensor (Touch ID) zum Entsperren.

Fortschritte in der Gestensteuerung: Apples AssistiveTouch

Der erste große Schritt zum Schonen des Home-Buttons hieß AssistiveTouch und kam mit der Veröffentlichung von iOS 6 auf die iPhones. Durch das neue Feature konnten erstmals alle Funktionen ohne die Nutzung des Home-Buttons durchgeführt werden. Was zunächst primär Anwendern mit motorischen Beeinträchtigungen (und denen mit defekten Home-Buttons) zugutekam, ist im Nachhinein eine frühe Form der heutigen Gestensteuerung auf dem iPhone X.

Durch die Aktivierung von AssistiveTouch können Nutzer z.B. selbst „Gesten-Shortcuts“ einspeichern. Erstmals konnten alle physischen Tasten (Home-Button, Lautstärkeregler, etc.) mithilfe der Software simuliert werden. Quelle: apple.com


The Next Step: 3D Touch mit Pop und Peek

Erstmals mit der Veröffentlichung des iPhone 6s brachte Apple im Jahr 2015 die sogenannte 3D Touch Funktion auf seine Geräte. Das Display des iPhone 6s (und der folgenden iPhones) reagiert seitdem auf drei verschiedene Druckstufen. Neben den „normalen“ Touch-Funktionen können User mit einer leichten Berührung (dem sogenannten „Peek“) eine „Programm-Vorschau“ abrufen, um so z.B. Nachrichten überfliegen zu können. Möchte ich die Nachricht dann doch vollständig öffnen, genügt es, den Druck auf die Nachricht/die App zu erhöhen. Dafür sorgt die sogenannte „Pop“-Funktion.

iPhone 3D-Touch

“Peek” und “Pop” erweitern durch leichte und starke Berührungen auf dem Touchdisplay die Gestensteuerung von iOS. Quelle: apple.com


10 Jahre danach: Das Ende des Home-Buttons und neue Gestensteuerung mit dem iPhone X

Zehn Jahre später brachte Apple mit großem Getöse ihr Jubiläums-iPhone – das iPhone X – auf den Markt. Bei all der Aufregung um die sogenannte Notch (die Display-Einkerbung am oberen Rand), Animojis und Co. ging die eigentliche Revolution fast unter: Der Home-Button, der bereits seit dem iPhone 7 (Plus) nur noch eine „Software-Taste“ war, verschwindet im iPhone X vollständig. Für die dadurch weggefallenen Funktionen krempelte Apple seine Gestensteuerung im iPhone X ein weiteres Mal um: Durch zahlreiche Wischbewegungen wurde das Gesten-Repertoire erweitert – der Home-Button wurde endgültig überflüssig.

iphone X Gestensteuerung

Das iPhone X: Erstmals ohne Home-Button – dafür mit jeder Menge neuer Möglichkeiten zur Gestensteuerung: Quelle: apple.com


Welche Vor- und Nachteile bringt der Verzicht auf Tasten mit sich?

Ob die Informationen von Bloomberg nun zutreffen oder nicht: Apple arbeitet schon seit dem ersten iPhone daran, dass das Smartphone der Zukunft ohne Tasten auskommt. Ein komplett tastenloses iPhone wäre zwar sicher schon heute denkbar, würde in der aktuellen Form jedoch einige Fragen aufwerfen:

  • Wie soll ein Neustart (Reset) des iPhones bei Systemabstürzen realisiert werden?
  • Standby bzw. Bildschirmsperre ohne Tasten?
  • Selfies mit einer Hand? Je nach Haltung des Smartphones ist die „Lauter“-Taste zum Auslösen der Kamera unerlässlich.
  • Fotos unter Wasser? Heutige Touchscreens können nicht unter Wasser bedient werden.

Sicher würde der vollständige Verzicht auf Tasten einige Probleme im Alltag verursachen. Manche davon sind leichter (z.B. das Auslösen der Kamera durch Gesten oder Sprachbefehl) andere – wie der Hard-Reset – komplizierter zu lösen. Allerdings würden Smartphones mit dem Verzicht auf Tasten weniger anfällig für äußere Einflüsse (Staub/Wasser) und Beschädigungen sein: Denn ohne mechanische Tasten gäbe es, zumindest in dieser Hinsicht, keinen Verschleiß zu befürchten.

Neustart gefällig? Mit dem iPhone X bedarf es für einen Reset folgende Tastenkombination: Lauter, Leiser, Power-Button. Wie könnte der Restart ohne Tasten funktionieren?


Die Zukunft: Wann kommt das erste iPhone ohne Tasten?

Nach ausgiebigem Blick in meine Glaskugel bin ich mir sicher: In Zukunft werden Smartphones ohne Tasten auskommen. Der richtige Weg dahin führt sicher über einen weiteren Ausbau der Gesten- und Sprachsteuerung. In letzter Konsequenz müsste Apple jedoch noch einen Schritt weitergehen: Sowohl physische als auch verbale Gesten sind nicht jederzeit einsetzbar. Eine Lösung könnten Eye-Tracker – also die Steuerung mit Augenbewegungen – oder sogar der Einsatz neuronaler Schnittstellen, also der Gedankensteuerung, sein.

All das ist jedoch (noch) Zukunftsmusik: Die kommende Generation aus iPhone X 2018, iPhone X Plus und iPhone 9 (X SE) werden mit den gewohnten Tasten am Gehäuse auf den Markt kommen. Allerdings wird es immer wahrscheinlicher, dass iPhone 8 und iPhone 8 Plus die letzten iPhones mit Home-Button bleiben werden. Denn auch das iPhone SE 2, das vermutlich im nächsten Sommer kommt, wird – zumindest auf der Vorderseite – ohne Tasten auskommen. Bevor sich Apple endgültig von den Tasten trennt, könnte vielleicht ein “Zwischenlösung” mit druckintensiven Softwaretasten an den Seitenrändern und am Gehäuse (wie z.B. im HTC U12+) folgen. Ungewiss ist außerdem, ob nicht zuerst das iPhone ohne Kabel kommt (Lese hier weiter in Teil 2).

Was erwartest du von der Zukunft der iPhones? Werden die Tasten – vielleicht sogar mithilfe von Gedankensteuerung – verschwinden? Schreib mir deine Meinung dazu in den Kommentaren! 🙃

 

Ran an die Tasten! Bei mobildiscounter.de findest du die letzten iPhones ihrer Art mit günstigem Vertrag:

Apple iPhone 8 Plus mit Vertrag kaufenDas iPhone 8 Plus ist mit Dual-Kamera, neuem A11 Bionic Prozessor und vielen neue Features der perfekte Begleiter für die Zukunft.

iPhone 8 Plus ansehen »

Apple iPhone 8 mit Vertrag kaufen

Das iPhone 8 bietet aktuell das beste Preis-Leistungsverhältnis für deinen Einstieg in das Apple-Universum.

iPhone 8 ansehen »

 

Teilen:

1 Kommentar

  1. Felix (@UprightBassist) am

    “(Computer to) Brain Interface” — (Computer-)Gehirnschnittstelle? — Da bin ich SOFORT dabei, zumindest, wenn es sich um eine non-invasive, sprich, ohne Operation auskommende, Technologie handelt. Notfalls erstmal so eine Gummihaube mit integrierten Elektroden… :D
    Mein Traum wäre u.a. dies: die Erfassung von auditiven und visuellen Vorstellungen im Gehirn ohne externe Auslöser, also der direkte Transfer unserer vorgestellten Welten — Musik, Bilder, Skulpturen, gar ganze Filme! Das könnte die Kunstwelt revolutionieren…

    Die Forschung ist immerhin anscheinend so weit, dass die RE-Aktion unseres Gehirns auf das Hören eines Musikstücks als Abbild in Form einer elektrischen Schwingung abgenommen werden kann. Technisch nicht sehr sinnvoll wegen der schlechten Tonqualität — zur tatsächlichen Schallaufzeichnung werden weiterhin hochwertige elektromechanische Schallwandler, Mikrophone, verwendet. Es ist jedoch ein Schritt in Richtung zum Abtasten der „inneren Musik“, die so manche Menschen in der Lage sind, zu hören; und irgendwann klappt das sicher auch mit Sprache, (bewegten) Bildern, gar abstrakten Ideen…!

    Das finde ich faszinierend; irgendwann werden wir wirklich unsere Vorstellungen und womöglich gar Gedanken übertragen können, was eine Riesenchance bedeutet — direkte zwischenmenschliche Kommunikation, auch und gerade mit Wesen (Tier? Pflanzen? Gene selbst?), die nicht dazu in der Lage sind, ob nun aus körperlichen, seelischen oder psychischen Gründen…

    Count me in, da bin ich gerne mit dabei…!

Hinterlasse eine Antwort