Apple vs. FBI: Wie sicher ist das Apple iPhone SE?

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Neben dem baldigen, heiß ersehnten Release des iPhone SE steht Apple derzeit vor allem wegen eines Rechtsstreites in der Presse: Nachdem der Streit Apple gegen das Federal Bureau of Investigation (kurz FBI) bereits seit einiger Zeit heiß diskutiert wird, sind viele Apple-User verunsichert. Sind die eigenen Daten überhaupt noch sicher auf dem Smartphone? Hat dies Auswirkungen auf das neue iPhone SE? Wird Apple schlussendlich doch mit dem FBI kooperieren? Dies hätte zur Folge, dass die Regierung sich Zugriff auf die dort hinterlegten Kundendaten erstreiten könnte. Und was überhaupt hat China damit zu tun?

Enorm viele Fragen stehen nach wie vor im Raum, weshalb wir für euch etwas Licht ins Dunkel bringen möchten.

Die Fakten: Die Hintergründe der Debatte

iPhone se FBI
Ausgelöst wurde die Debatte durch das tragische Attentat von San Bernadino/Kalifornien vom 02.12.2015, bei dem 14 Menschen durch zwei mutmaßliche IS-Terroristen getötet und 21 weitere Personen verletzt worden. Apple weigert sich seitdem gegen einen richterlichen Beschluss auf Forderung des FBI, die Verschlüsselung des von den Attentätern genutzten Apple iPhone 5c Smartphones aufzuheben. Das Gerät ist mit einem Sperrcode Hardware-verschlüsselt. Eine Möglichkeit das iPhone 5c zu entsperren besteht nicht, da nach zu vielen falschen Versuchen sämtliche Daten vom Smartphone automatisch gelöscht werden.

Längt ist aus dem Streit um die Möglichkeit des Entsperrens eines iPhones durch Apple zur Bekämpfung des Terrorismus eine Debatte um die nationale Sicherheit der USA und den dortigen Datenschutz im Allgemeinen geworden, welche durch den Kampf um die US-Präsidentschaft zusätzlich angeheizt wird.

Der Apple Customer Letter: „Die Regierung verlangt von Apple, seine eigenen Kunden zu hacken.“

In einem offenen Brief an die eigenen Kunden schildert Apple-CEO Tim Cook die Hintergründe der Entscheidung:

In dem Schreiben vom 16.02.2016 teilt Cook mit, dass Apple sehr wohl mit dem FBI kooperieren möchte. Jedoch hat das FBI von Apple gefordert, eine neue IOS Software zu entwickeln, welche im Nachhinein von außen auf ein Apple-Smartphone aufgespielt werden kann. Über eine sog. „Brute-Force“-Attacke könnte das Gerät schlussendlich „gehackt“ werden. Erreicht wird das durch die Nutzung eines Hochleistungsrechners, welcher alle PIN-Varianten testet, bis der Code geknackt wurde. Damit sollte dann eine eventuelle Sperre des Gerätes verhindert bzw. aufgehoben werden können. Damit werde eine „Hintertür“ aufgestoßen, so Cook, da – auch wenn es sich bisher nur auf ein einzelnes iPhone beziehe – diese Technologie, wenn sie denn in die falschen Hände gerate, eine große Gefahr für alle Apple-Kunden bergen würde. Der Fall von San Bernadino kann damit zu einem Präzedenzfall für zahlreiche weitere Verfahren in den USA werden, in denen Ermittler nicht auf Apple-Smartphones zugreifen können.

Showdown in Los Angeles am 22.03.2016 in letzter Minute gecancelt

Als gesetzliche Grundlage Ihrer Forderungen nutzt das FBI den „All Writs Act“ aus dem Jahre 1789, welcher Gesetzeslücken durch parlamentarisches Handeln auch ohne eigene Gesetzesgrundlage, aber auf richterliche Anordnung, ermöglichen soll. Apple selbst hält das Handeln der Regierung auf Grundlage des über 200 Jahre alten Gesetzes für nachvollziehbar, jedoch in einem demokratischen Rechtsstaat wie den USA nicht vertretbar. Es dürfe nicht dafür missbraucht werden, die Rechte der eigenen Bevölkerung zu beschneiden.

Nach einem schriftlichen Schlagabtausch der letzten Wochen, sollten sich am 22. März 2016 alle Parteien zur mündlichen Anhörung vor dem Bundesbezirksgericht in Los Angeles treffen. Jedoch wurde an ebendiesem 22.03.2016 vom US-Justizministeriums die Anhörung nun auf den 05. April 2016 verschoben: Das FBI soll einen Weg gefunden haben, auch ohne Apples Hilfe das iPhone des Attentäters zu entsperren. Wie genau, dazu schweigen alle Parteien bisher. Auch taucht damit eine neue Frage auf: Sollte das FBI sich anderweitig Zugang verschaffen und die Sicherheitssysteme Apples umgehen, muss es dann dem Amerikanischen Elektronikgiganten aufzeigen, wie dies gelungen ist?

Apple jedenfalls will sich gemäß eines leitenden Apple-Mitarbeiters nach wie vor auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung berufen, wenn es um die Erstellung eines neuen Betriebssystems geht. Das Programmieren eines Codes, sei ein kreatives Werk, welches über die „Free Speech“ in den USA geschützt sei und somit nicht durch das FBI erzwungen werden dürfe. Ob dies aufgrund eigener Maßnahmen des FBI’s noch notwendig sein wird, steht in den Sternen.

Was hat China damit zu tun?

binary Auf den ersten Blick nicht viel. Jedoch ist China neben den USA der zweitgrößte Markt von Apple – Tendenz steigend. Der Verkauf der Apple-Smartphones muss von der chinesischen Regierung abgesegnet werden. Dafür musste Apple bereits in der Vergangenheit einige Eingeständnisse auf Kosten der Nutzer machen: Für den chinesischen Markt wurden in iPhones der 4. Generation eigene Wifi-Chips (WAPI) eingesetzt, da die dortige Regulierungsbehörde nur den Verkauf von Geräten gestattet, welche eine chinesisches Sicherheitsprotokoll unterstützten. Auch die iCloud lagert die Nutzerdaten chinesischer Kunden seit dem Jahre 2014 nur noch auf chinesischen Servern. Anfang 2015 wurde des Weiteren vom chinesischen Nachrichtendienst People’s Daily Online per Twitter-Meldung ein Deal zu Sicherheits-Checks zwischen der chinesischen Internet-Behörde und Apple veröffentlicht. Erstaunlicherweise wurde dies einerseits niemals in solch einer Form wie der aktuelle Streit mit dem FBI öffentlich kommuniziert. Andererseits muss Apple mit der chinesischen Regierung kooperieren, um die eigenen Geräte auch im Reich der Mitte anbieten zu dürfen. Auf Nachfrage gelobt Apple, dass der Konzern niemals einer Regierung Zugang zu Ihren Servern gewährt hat oder gewähren wird. Auch sollte die Presse nicht rechtmäßige Datenanforderungen mit der Entwicklung solch einer mächtigen Software gleichsetzen, nur um Apple in ein schlechtes Licht zu rücken.

 Was aber macht das iPhone so sicher?

Seit Einführung des iOS 8 Betriebssystems hat Apple die Sicherheit der eigenen Geräte noch einmal deutlich verbessert. Somit wird auch im neuen iPhone SE mit iOS 9 die Sicherheit großgeschrieben werden. Die numerische PIN wurde von 4 Stellen auf 6 Stellen erhöht. Optional kann natürlich auch die kürzere Variante gewählt werden. Auch eine freie Kombination mit Buchstaben ist möglich. Dies ist der alphanumerische Code. Entscheidend für den Streitfall ist die nachfolgende Sicherheitsvorkehrung: Sollte der Code zu oft falsch eingegeben werden, so wird das Apple-Smartphone automatisch für eine Minute deaktiviert. Sollte eine erneute Eingabe ebenfalls falsch sein, so wird das Intervall immer mehr verlängert. Mit der Aktivierung der Einstellung unter Touch-ID & Code kannst du nach 10 fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen sämtliche Daten auf dem Gerät automatisch löschen. Das iPhone wird also auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Die Daten sind verloren, jedoch nicht in den falschen Händen.

Fazit: Apple auf Seiten der Nutzer – Große Macht bringt große Verantwortung

briefcase iPhone seGemäß eigener Aussagen hat Apple einerseits keine Möglichkeit eine eventuell vorliegende Hardware-Sperre an den Smartphones aufzuheben. Andererseits weigert sich das Unternehmen auch gegen den Beschluss ebendiese zu entwickeln. Damit beweist Apple, dass der Konzern bereit ist zu kämpfen, wenn es um die Sicherheit der eigenen Kunden geht. Die Vorfreude auf das neue iPhone SE kann also auch weiterhin ungebrochen fortbestehen. Es bleibt abzuwarten, wie der Fall schlussendlich entschieden wird. Die Geräte sind jedoch so sicher, dass nicht einmal das FBI das neue iPhone SE knacken könnte. Das gibt es bei keinem anderen Hersteller.

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Wie zufrieden bist du mit der Sicherheit deines Smartphones? Was hast du für Bedenken zum aktuellen Thema? Schreib uns deine Meinung als Kommentar im Blog.

 

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