Apple iPhone X: Wie sicher ist Face ID?

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So funktioniert die neue iPhone-Entsperrmethode
LESEZEIT CA: 6 MINUTEN

Noch während der Keynote zu iPhone XiPhone 8 und iPhone 8 Plus begannen die Diskussionen um Apples neueste Entsperrmethode Face ID. Die 3D-Gesichtserkennung soll deutlich sicherer sein, als Touch ID und das neue iPhone X nahezu unhackbar machen. Wie gut sie wirklich ist und wie sie funktioniert, erfährst du hier.

Warum gibt es im iPhone X kein Touch ID?

Die neue Entsperrmethode Face ID gibt es ausschließlich für das iPhone X. Beim neuen iPhone 8 (Plus) musst du also darauf verzichten. Dafür gibt es dort – wie beim iPhone 7 (Plus) – den Fingerabdrucksensor Touch ID. Dieser entfällt beim iPhone X wiederum, da der gigantische 5,8 Zoll All-Screen-OLED-Bildschirm keinen Platz für einen Homebutton bietet. Das ist der Tatsache geschuldet, dass es Apple nicht rechtzeitig gelungen ist, Touch ID direkt ins neue OLED-Display zu integrieren. Außerdem wollte man nicht – wie Samsung – den Fingerabdrucksensor auf die Rückseite packen. So hat Apple gleich gänzlich darauf verzichtet. Ein deutliches Zeichen, dass das Unternehmen aus Cupertino vollstes Vertrauen in Face ID hat.

Das neue Apple iPhone X erscheint in den Farben Silber und Space Grau. Quelle: Apple


Apple nutzt “TrueDepth Camera” für Face ID?

Möglich macht es die neuartige 7-Megapixel-Frontkamera und die verschiedenen Sensoren über dem Display. Zusammen nennt Apple dies die “TrueDepth Camera” – also eine Kamera mit Tiefenerfassung. Hier hat sich Apple nicht lumpen lassen und gleich eine ganze Brigade an Sensoren und Bauteilen verbaut, welche für Face ID genutzt werden:

  • Näherungssensor (Proximity sensor)
  • Flächenausleuchtung (Flood illuminator)
  • Infrarotkamera (Infrared camera)
  • Frontkamera (Front camera)
  • Punktprojektor (Dot projector) mit 30.000 Punkten

Abgesehen davon gibt es natürlich auch die üblichen Bauteile Umgebungslichtsensor (Ambient light sensor), Mikrofon (Microphone) und den Lautsprecher (Speaker).

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Quelle: Apple

Wie funktioniert Face ID?

Mit ebendieser Technik gelingt es dem iPhone X zu erkennen, ob sich ein Gesicht vor dem Gerät befindet. Dieses wird automatisch erfasst. Der 3D-Scanner projiziert 30.000 Punkte ins Gesicht des Nutzers und scannt somit das Gesicht in Sekundenbruchteilen nach dessen Merkmalen. Damit das iPhone X tatsächlich entsperrt wird, müssen diese Merkmale mit denen der Datenbank des A11 Bionic Chips auf dem Gerät übereinstimmen. Bisher lässt sich lediglich 1 Gesicht pro iPhone X speichern. Sollen mehrere Benutzer angelegt werden, musst du den Entsperrcode weitergeben. Es findet lt. Apple kein Upload in die iCloud statt. Stimmen die Merkmale überein, wird das Gerät entsperrt. Zugriff auf das Menü erhältst du, mangels Homebutton, durch einfaches Wischen von unten nach oben.

Wie funktioniert die Registrierung meines Gesichts?

Bei der erstmaligen Face-ID-Registrierung, musst du deinen Kopf gemäß den Vorgaben auf dem Bildschirm einmal im Kreis bewegen. Damit das iPhone X dein Gesicht auch aus verschiedenen Winkeln erkenn kann. Selbst bei Dunkelheit soll die Technologie problemlos funktionieren. Der A11 Bionic Chip lernt dann ständig von dir, damit das Gerät auch entsperrt werden kann, wenn sich dein Aussehen verändert. Das bedeutet: Auch wenn du eine Brille oder eine Mütze trägst, wird dich Face ID aufgrund der Grundstruktur deines Gesichts erkennen. Das Gleiche gilt auch, wenn du älter wirst, Make Up trägst, dir einen Bart wachsen lässt, zunimmst, abnimmst – oder auch alles zusammen 😉.

Wie schon bei Touch ID, wird bei Face ID aus den gescannten Daten ein sogenannter Hash-Wert erstellt. Hierbei handelt es sich um einen mehrstelligen Zahlen- und Buchstabencode. Dieser Code wird verborgen vor allen sicher in einem geheimen Bereich im Inneren des A11 Bionic Chips gespeichert. Diesen Bereich nennt Apple die “Security Enclave” – das sichere Heiligtum eines jeden iPhones.

Quelle: youtube.com/JBey4you

Wie sicher ist Face ID im Vergleich zu Touch ID?

Kein System ist zu 100% sicher – dessen ist sich auch Apple bewusst. Es wird Mittel und Wege geben, wie Face ID geknackt werden kann. Apple kann nur versuchen, es den Hackern so schwer wie möglich zu machen. Dabei spricht der Konzern selbst von einer Fehlerquote von 1 zu 1 Million. Das bedeutet, dass bei einer Million Gesichtern eines dabei ist, welches dein iPhone X entsperren kann, obwohl es sich nicht um dein eigenes handelt.

Fun Fact: Face ID ist nicht für Zwillinge geeignet, wie Apple scherzhaft bestätigte. “Solltest du einen bösen Zwilling besitzen, dann denke dir lieber ein gutes Passwort aus, da er dein iPhone mit seinem Gesicht entsperren könnte.” so Apple-Marketing-Vize-Präsident Phill Schiller bei der Präsentation.

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Bart Simpsons böser Zwilling Hugo könnte dessen iPhone X entsperren. 🤔 Quelle: simpsonstappedout.wikia.com


Apple lieferte auch gleich einen Vergleichswert: Beim Fingerabdrucksensor Touch ID liegt die Fehlerquote im Übrigen bei 1 zu 50.000. Somit ist Face ID statistisch gesehen 20 mal sicherer als Touch ID.

Aufgepasst! Face ID benötigt deine Aufmerksamkeit

Richtig gelesen. Ein weiteres Sicherheitsfeature ist die sog. “User awareness” (Aufmerksamkeit des Nutzers). So verhindert Apple, dass das iPhone X entsperrt werden kann, während du … nun ja “unaufmerksam” bist. Das kann der Fall sein, wenn du schläfst oder abgelenkt bist, ergo nicht auf das Display schaust. Das Erfordernis der “Aufmerksamkeit” kann in den Einstellungen auf Wunsch auch deaktiviert werden. Auch mit einem Foto deines Gesichts lässt sich Face ID nicht austricksen. Sogar dreidimensionale Masken, welche dir täuschend ähnlich sehen, werden vom iPhone X abgewiesen. Dies habe Apple über lange Zeit getestet.

Datenkrake oder sicherer Hafen: Was geschieht mit den biometrischen Daten?

Die biometrischen Daten deines Gesichts werden ausschließlich auf dem Gerät selbst – also lokal – und verschlüsselt gespeichert. Dafür nutzt das iPhone X die Neural Engine des neuen A11 Bionic Prozessors. Ein Upload in die iCloud oder gar die Weitergabe der Daten erfolgt somit zu keiner Zeit. Deine Daten werden somit (ungewollt) weitergeben, da es nicht möglich ist.

Was geschieht, wenn Face ID nicht mehr funktioniert?

Sollte Face ID, aus welchen Gründen auch immer, den Dienst versagen, obwohl es sich um dein Gesicht handelt, so soll es – unbestätigten Berichten zufolge – eine Notlösung geben. Wie in der iOS 11 Beta-Version vorgestellt, muss dafür 5x hintereinander auf den seitlichen Power-button gedrückt werden. Damit wird der SOS-Modus aktiviert. Face ID wird deaktiviert und das Gerät lässt sich nur noch mit dem Sicherheitscode entsperren.

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Sei unbesorgt, falls bei der Einrichtung etwas schief gegangen ist. Quelle: Giphy.com


Trotz Innovation: Es ist nicht Alles gold, was glänzt

Klingt eigentlich alles super. Face ID ist einfach, sicher und schnell. Dennoch gibt es ein paar Punkte dazu, welche sich erst zeigen werden, sobald das iPhone X am 03. November erschienen ist. Beispielsweise muss Apple sich die Frage gefallen lassen, was geschieht, wenn das iPhone gegen den Willen des Eigentümers entsperrt wird. Ein kurzer Blick genügt, ob gewollt oder erzwungen und schon ist das iPhone X entsperrt. Auch ist offen, was passiert bei Menschen, welche aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands oder der Religion ihr Gesicht bedecken müssen bzw. möchten? Sind diese dann ausgeschlossen? Möglicherweise funktioniert Face ID nach erstmaliger Einrichtung trotz verschleierten Gesichts. Schon bald wissen wir mehr.

Zu guter Letzt liegt die Entscheidung über die Nutzung von Face ID jedoch nur bei einer Person: Dir. Ein Jeder muss selbst entscheiden, ob er seine kostbaren biometrischen Daten dafür nutzen möchte, oder auf den guten alten Sicherheitscode setzt. Abgesehen davon hat Apple bereits erwähnt, dass das System nicht perfekt ist. Wir werden also sicherlich nach dem iPhone X Release Meldungen über Fehler oder Hacks erhalten. Dies war bei Touch ID der Fall, dies wird auch bei der Nachfolge-Entsperrmethoden der Fall sein.

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Quelle: Apple


Fazit: Apple begeht mit Face ID Neuland

Anhand der Face ID Präsentation steht fest: Apple hat sich Gedanken gemacht. Fehler wie das Entsperren mittels eines Selfies – wie einst bei Samsung – sollen mit Face ID unmöglich sein. Apple zeigt mit dem Verzicht auf Touch ID, dass Face ID als Nachfolger dient – und nicht nur als zusätzliche Alternative zum Fingerabdrucksensor. Gemäß der Demonstrationen bin ich überzeugt, dass Face ID tatsächlich – rein statistisch – sicherer ist, als es Touch ID je war. Allerdings bleiben einige Unsicherheiten, welche zuvor angesprochen wurden. Diese werden sich wohl erst bei einem Test entkräften oder bestätigen lassen. Bis dahin bleibt festzuhalten, dass Apple mit dem iPhone X ein wahrhaft revolutionäres iPhone geschaffen hat, was die Konkurrenz erzittern lässt. Das neue iPhone X mit Vertrag kannst du dir ab sofort bei mobildiscounter.de bestellen.

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(Quelle für das Titelbild: Apple.com)

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