Apple: 43 Milliarden Schulden

1
LESEZEIT CA: 3 MINUTEN

Ganze 43 Mrd. Schulden hat Apple in den letzten Jahren angehäuft! Vergleicht man diese Zahl mit dem durchschnittlichen Einkommen eines Deutschen, müsste man über 1,2 Mio. Jahre arbeiten, um den Schuldenberg von Apple abzubauen. Weit gefehlt, wenn man jetzt aber denkt, Apple ginge es schlecht. Dem Konzern geht es besser als jemals zuvor.  Nach Aussagen des Konzernchefs Cook, war das 4. Quartal des Jahres 2014 schier unglaublich – ein Rekord jagte den nächsten. Mit einem Börsenwert von 700 Mrd. Dollar ist Apple heute das teuerste Unternehmen der Welt. Aber woher kommen denn dann die Schulden in Rekordhöhe?

blog_apple_schuldenNeun iPhones pro Sekunde

So schwebte Cook sicher auf Wolke 7, als er sich die Zahlen des letzten Quartals des Jahres 2014 anschaute. Der Verkauf von 74,5 Mio. iPhones bewirkte einen neuen Absatzrekord. Allein Cupertino, die Zentrale von Apple, erzielte mit einem Umsatz von 74,6 Mrd. eine Bruttomarge von knapp 40 %. Die Bruttomarge, liebe Leser, gibt an, wie viel ein Unternehmen nach Abzug der Herstellungskosten noch übrig hat. Und 40 %  erreichen nicht viele, die mühsam schuften.

Die Kriegskasse stimmt

Was man hat, will man bei Apple auch nicht mehr hergeben. So wird der erzielte Gewinn in Höhe von 178 Mrd. hinter verschlossenen Türen gehortet. Nur damit man diese Zahl verstehen kann – das ist mehr als das gesamte Bruttonationaleinkommen von Staaten wie Luxemburg, Lettland und Ungarn. Allein die Vorzeigemonate September bis Dezember verzeichneten einen Reingewinn von 18 Mrd. Diese Zahl hat so viele Nullen, dass sie für den Einzelnen wohl schwer begreifbar ist.

Apple Hauptquartier

Sie zahlen brav Steuern? Apple nicht!

Apple versteht sich auf absolute Steuerminimierung. Steuern werden dort gezahlt wo sie am günstigsten sind. Passende Gesetzeslücken und die Gründung von Tochterfirmen ermöglichen dem Konzern den Zugang zum Steuerparadies. In Europa wird zum Beispiel jeglicher Gewinn nach Irland überführt, da die dortigen Steuersätze extrem niedrig sind. Nur ganze 2 % Steuern soll Apple in Irland gezahlt haben. Und weil das in Irland so gut klappt, lässt Apple lieber gleich den Großteil seiner Gelder im Ausland liegen. Würde Apple das Geld nämlich in die Staaten und damit “nach Hause” überführen, müsste das Unternehmen mit einem Steuersatz von 35% rechnen. Das passt dem Konzernchef Cook aber überhaupt nicht und so nimmt er lieber 43 Mrd. Schulden in Form von Anleihen auf.

Apples Deal mit den Anleihen

Durch die Ausgabe von Anleihen beschafft sich Apple günstig Geld an der Börse, um nicht seine Barreserven angreifen und Gelder in die USA überführen zu müssen. Es ist lukrativer Schulden aufzunehmen, als die Barreserven zu “importieren” und in den USA zu verwenden. Wenn Sie auch ins lukrative Apple-Geschäft einsteigen wollen, können Sie sich bei der Deutschen Bank und Goldman Sachs Anleihen für 5 – 30 Jahre kaufen. Die Zinssätze liegen derzeit aber weitestgehend im Verborgenen.

Und das soll so weiter gehen?

Dieses Steuerschlupfloch soll aber seitens der USA mit einem neuen Gesetz für Steuersenkungen gestopft werden und US-Firmen ermöglichen, große Geldbestände in die Staaten für den günstigen Steuersatz von 6,5% zu transferieren. So würde es deutlich höhere Steuereinnahmen für die USA geben. Bis dato wurde dieses Gesetz aber noch nicht verabschiedet. Und so wird auch Apple in nächster Zukunft nichts an dem Aufenthaltsort seiner riesigen Geldreserven ändern.

Wie findest du Apples verhalten? Schreibe uns deine Meinung in den Kommentaren!

Teilen:

1 Kommentar

  1. Klar, es mag für Ottonormalverbraucher schwer nachvollziehbar sein, dass es Firmen gibt “die so etwas schlimmes machen”. Aber, dass es diese Schlupflöcher und Steuersparmöglichkeiten überhaupt gibt, ist nicht die Schuld von Apple. Die schöpfen schlicht das maximal Mögliche innerhalb der jeweiligen Gesetze aus, die sie in den einzelnen Staaten vorfinden.

Hinterlasse eine Antwort