AGB-Änderung: So wird dein Facebook-Profil sicher

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Soll das eigene Profil zukünftig nicht mit Werbung geflutet werden, gilt es jetzt die Profil-Einstellungen anzupassen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt wie es geht. Seit 1. Februar gelten die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Facebook und der Ärger geht in eine neue Runde.Facebook hat sich selbst das Recht genehmigt, alle Suchen und Einkäufe mitlesen zu dürfen, um so noch besser zugeschnittene Werbung ihren Nutzern zeigen zu können.

Jetzt die Facebook-Einstellungen ändern!

Wer z.B. mit der Facebook-App unterwegs ist, könnte so passende Werbung von Restaurants aus der Nähe erhalten. Wenn einen nicht die Suche nach beispielsweise neuen Kochtöpfen in den nächsten Monaten begleiten soll und man generell keine persönlichen Daten zur Verfügung stellen möchte, dann gibt es dringenden Handlungsbedarf.

Bratwürste und Linsensuppe helfen nicht!

Wir haben euch 2 Bilder rausgesucht, die zur AGB-Änderung auf Facebook rumgingen. Das Posten dieser Bilder bringt absolut nichts. Denn sobald man sich auf Facebook einloggt, akzeptiert man die neuen AGBs automatisch.

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4 Schritte zum Facebook-Glück

Leider stimmt man, sobald man sich bei Facebook einloggt, automatisch den neuen AGBs zu. Facebook „gestattet“ sich nun persönlich zu geschnittene Werbung zu senden und nutzt dafür unter anderem auch Informationen über besuchte Seiten und Apps.

Aber man kann Facebook in seiner Sammelwut stoppen! Wir haben die wichtigsten Einstellungen rot markiert.

1. Werbeanzeigen anpassen

Einfach im Menü unter Einstellungen, den Menüpunkt „Werbeanzeigen“ auswählen. Dort gibt es alle Einstellungsmöglichkeiten auf einen Blick. Generell gilt: Alle Standardeinstellungen von „Nur meine Freunde“ auf „Niemand“ setzen!

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Schritt 1 – Unterpunkt Webseiten Dritter

Dieser Punkt regelt was Unternehmen außerhalb von Facebook über den jeweiligen Nutzer sehen.

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Schritt 2 – Unterpunkt Werbeanzeigen und Freunde

Facebook erstellt auch auf Basis von „Gefällt mir“ Angaben von Freunden gesponserte Werbeanzeigen, die im eigenen Nachrichtenstrom ebenfalls auftauchen.

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Schritt 3 – Unterpunkt Werbeanzeigen basierend auf der Nutzung von Apps und Webseiten außerhalb von Facebook

Bei diesem Punkt kommt das oben beschrieben Kochtopbeispiel zum Tragen. Denn hier überwacht Facebook die Suche nach von zum Beispiel neuen Produkten, Kochrezepten oder auch persönlichen Nachrichten.

Um genau das zu verhindern muss man Facebook die Berechtigung zur Erhebung von Daten zum Zwecke der nutzerbasierten Werbung  entziehen. Dies geschieht über die „European Digital Advertising Alliance“ (https://www.youronlinechoices.com).

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Wenn man auf die Webseite der „European Digital Advertising Alliance“ geht, muss man dann unter dem Menüpunkt „Präfenrenzamangement“ einfach nur noch Facebook auswählen und dort die Option „nein“ auswählen. So wird Facebook nicht zum Stalker. Hier macht es Facebook seinen Nutzern richtig schwer, denn sie veröffentlichen nicht den direkten Link zum Präferenzmanagement.

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2. Apps anpassen

Nun im Einstellungsmenü den Punkt „Apps“ besuchen. Dabei gilt zu beachten, dass Apps nicht nur Spiele sind, sondern auch Webseiten oder Plug Ins sein können.

Unter dem Menüpunkt Apps, Websites und Plugins versteckt sich die „Plattform“ des Netzwerkes. Diese ermöglicht z.B. das Einloggen bei Spotify oder auch bei z.B. Candy Crush. Hier gilt ebenfalls, alles was nicht direkt benötigt wird, sollte deaktiviert werden.

Wurde die Plattform im Menüpunkt inaktiv gesetzt, dann ist auch der Menüpunkt „umgehende Personalisierung“ deaktiviert.

facebook-apps-einstellungen3. Privatsphäre anpassen

Die Frage ist immer, was poste ich an wen. Beim Menüpunkt „Privatsphäre“ kann man entscheiden, wer was sieht. Hier gilt so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Empfehlenswert ist als Standardeinstellung „Freunde“, sonst kann jeder weltweit mitlesen.

Wichtig ist der Unterpunkt „Wer kann nach mir suchen?“, denn hier wird u.a. festgelegt, ob das eigene Profil von Suchmaschinen gefunden werden soll.

facebook-privatsphaere4. Chronik und Markierung

Bei diesem Menüpunkt legt man fest, wer in der eigenen Chronik posten darf, wer welche Inhalte sieht und wer Markierungen setzen darf und wann diese sichtbar werden. Auch nachträglich kann jeder Beitrag noch weiter eingeschränkt werden auf eine bestimmte Person oder Personengruppe. Auch hier gilt weniger ist mehr.

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Facebook adé ? – Datenschützer und Politik alarmiert

Datenschützer empfehlen momentan hingegen, dass eigene Profil komplett zu löschen um sich so zu schützen. Sie haben Bedenken hinsichtlich der Verwendung der Nutzerdaten und fürchten den “gläsernen Mensch”. Der ehemalige Bundesbeauftragte für Datenschutz Peter Schaar verabschiedet sich beispielsweise ganz von Facebook und liefert auf seinem Blog auch gleich eine umfassende Begründung für seinen Ausstieg mit . 

Bereits im November 2014 erhielt Facebook kräftigen Gegenwind von Datenschützern und verschob die Einführung der neuen AGBs. Die Datenschutzbehörde der Niederlande leitete bereits letztes Jahr ein Prüfverfahren der AGB ein. Das Ergebnis und daraus resultierend eventuelle rechtliche Schritte gegen Facebook stehen bis dato aber noch aus und werden frühstens Ende Februar erwartet. Mit den beschriebenen Einstellungen schützt du dich aber vor der Facebook-Schnüffelei.

Uns interessiert natürlich wie du darüber denkst. Schreibe uns doch deine Meinung in den Kommentaren!

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